Adoptionsrecht – Mündliche Verhandlung vor dem Bundesverfassungsgericht

„Es naht der nächste Erfolg“, orakelte das „Handelsblatt“ schon gestern – dort muss man es ja wissen; man meinte auch nicht sich selbst, sondern den Streit homosexueller Partnerschaften vor dem Bundesverfassungsgericht um das Adoptionsrecht. Die Medienberichte über die heutige mündliche Verhandlung bestätigen es: Bis auf den Vertreter des Deutschen Familienverbandes (DFV) sprachen sich alle gehörten „Experten“ dafür aus,  dass nichts dagegen spricht, dass Homosexuelle das Kind eines Lebenspartners adoptieren dürfen – auch dann, wenn dieses nicht das „leibliche“ Kind des Partners ist (Stiefkindadoption – diese ist bereits möglich), sondern adoptiert wurde (Sukzessivadoption). Eine rechtliche Sicherheit diene letztlich dem Wohl des Kindes, argumentierte die Vertreterin der wissenschaftlichen Vereinigung für Familienrecht.
Die vom DFV geäußerte Sorge vor einer „Stigmatisierung“ der Kinder schienen die Verfassungsrichter nicht begründet. „Die sonst eher zurückhaltenden Richter des Ersten Senats reagierten in der Mehrzahl ablehnend auf den Vertreter des Deutschen Familienverbandes“, schreibt der „Kölner Stadtanzeiger“.
Geklagt haben ein schwules und ein lesbisches Paar. Eine Entscheidung wird im Frühjahr 2013 erwartet.
Nachträgliche Anmerkung: Es geht bei der Klage „nur“ um den Fall der Sukzessivadoption, nicht um ein Adoptionsrecht generell. Die Adoption von Kindern ist eingetragenen Lebenspartnerschaften nicht erlaubt.


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