Personalia der Woche: Wer Hochzeiten deprimierend findet und wer seinen Weihnachtsengel im Palast der Republik küsste

Personalia_50-2012

Zwischen letzte Aufträge vom Schreibtisch kriegen und Plätzchenbacken einige Personalia dieser Woche + Update am Sonntagabend: Eine Nachricht aus der Stadt der Liebe …

150.000 Menschen – nach Angaben der Organisatoren, laut Polizei waren es 60.000 – haben am Wochenende in Paris auf dem Place de la Bastille für die Einführung einer der heterosexuellen gleichgestellten gleichgeschlechtlichen Ehe demonstriert.

Klaus Wowereit, Regierender Bürgermeister Berlins, hat im Bundesrat den NPD-Verbotsantrag begründet:
„Es geht nicht allein um ein Parteienverbot. Damit allein würden wir zu kurz greifen. Es geht um die politische Kultur in unserem Land. Es geht darum, ob wir ein weltoffenes Land sein wollen. Es geht um eine Absage an diskriminierende und menschenverachtende Ideologien. Um Menschenwürde und den Zusammenhalt der Demokraten. Und es geht um Rückendeckung für all jene Menschen in unserem Land, die tagtäglich Mut und Zivilcourage zeigen, sich den Rechten entgegenzustellen.“

Stefan Mielchen, früherer Chefredakteur vom „hinnerk“, sagt in der Debatte um die BLSJ-Thesen Grundlegendes: Schwule Stadtmagazine haben sich überlebt. „In den 90er- und Nuller-Jahren waren schwule Stadtmagazine wichtig zur Vernetzung der Community, zur Identitätsstiftung ihrer Leser und zur kompetenten Themensetzung. Schwule fanden im medialen Mainstream kaum statt, die Berichterstattung zeichnete sich meist durch Klischees oder Unwissen aus. Das hat sich grundlegend gewandelt.“

Alexander Vogt, Vorsitzender der Schwulen in der Union (LSU), kriegt vom „Spiegel“ anlässlich der Gleichstellungsdebatte in der CDU ein Porträt. Sehr schön der theatralische Artikelauftakt: „Beim sechsten Redner erreicht Alexander Vogts Verzweiflung den Höhepunkt (…). Vogt schlägt die Hände vors Gesicht. Er krümmt sich.“ Tja, wer in der CDU ist, muss wohl leiden!

Alexander Vogt hofft, dass sich seine Partei letztlich doch für einen Kompromissvorschlag zur steuerlichen Gleichstellung im Vermittlungsausschuss im Januar entscheidet: „Dies gibt den Abgeordneten noch einmal Gelegenheit, die auf dem Parteitag gehörten Argumente auf sich wirken zu lassen, so dass Sie im neuen Jahr mit Vernunft und Gelassenheit abstimmen können.“

Peter Illmann, Moderator, lässt uns in der „Bild“ wissen, dass er seinem Vater nie gesagt hat, dass er schwul ist – und dass er mit seinem Freund Christian seit 25 Jahren zusammen ist. Link sparen wir uns.

Jirka Witschak, Gründer vom „LaLeander“, erzählt der „Märkischen Allgemeinen“ von seinem „Weihnachtsengel“ Matthias und lässt Ehrfurcht vor sexuell einheitlichen Kultstätten der DDR vermissen: „Im Palast der Republik setzten wir uns auf eine der Ledercouches im großen Foyer und im Überschwang der Gefühle begannen wir, wie wild rumzuknutschen.“

Daniel Küblböck, „Solarzellenmillionär“, ist wieder schwulbis dann wahrscheinlich in einem Jahr wieder Uschi die beste Freundin ist. Gut, dass wir es berichtet haben.

Sir Ian McKellen, Schauspieler, hat uns wissen lassen, dass er Prostata-Krebs hat -und dass sich Cate Blanchett beim „Hobbit“-Dreh in ihn verliebt hat: Sie „bedauere sehr, dass ich schwul bin. Und ich muss sagen, dass die Atmosphäre beim Drehen mit ihr ziemlich erotisch aufgeladen war.“ Dürfen wir hier anmerken, dass „Der kleine Hobbit“ ein Männer-Abenteuer ist und die ins Filmskript hineingeschriebenen Frauen – ‚tschuldigung, liebe Mitbürgerinnen – einfach nur nerven? Wir Männer wären beim Jagen und Sammeln (auch von Trollen, Drachen etc.) mal gern unter uns – wie in alten Zeiten!

Alan Cumming, Schauspieler, spricht mit dem US-News-Blog „Towleroad“ über seinen neuen Film „Any Day Now“. (Foto oben: Detail Startseite von Alan Cummings Blog)

Rupert Everett, Schauspieler, ist über Weihnachten in einer Rosamunde-Pilcher-Verfilmung in der Glotze zu sehen (das wir das noch erleben dürfen!) und antwortet auf die Frage, ob er seinen Freund heiraten wird: „Niemals! Ich empfinde Hochzeiten als eine furchtbar deprimierende Angelegenheit.“

Morrissey, Sänger, zieht über Kate Middleton her: Diese fühle sich nicht verantwortlich für den Tod einer Krankenschwester.

In Memoriam

Manfred Amerell, Schiedsrichter, dessen Beziehung zu dem Fußballer Michael Kempter zur Affäre wurde, ist im Alter von 65 Jahren in München – vermutlich an einem Herzinfarkt – gestorben. Amerell, der verheiratet war, hat sich selbst in einer TV-Talkshow als bisexuell bezeichnet.

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