Lebenslänglich vs. Bewährung – Schlussplädoyers im Prozess gegen Michael S.

Die strafrechtliche Aufklärung eines Todesfalls kommt zu ihrem Ende: Anfang des Jahres hatte der 44-jährige Michael S. seinen 37-jährigen Sexpartner Carsten Sr. getötet und anschließend zerstückelt und Teile der Leiche gekocht. (S.i.e.g.T.-Bericht vom 24.1.2012) Michael S. hat die Tat zugegeben, die Situation als tragischen Unfall geschildert. Zum Abschluss des Prozesses vor dem Berliner Landgericht hat die Staatsanwaltschaft nun für den Angeklagten eine lebenslängliche Haftstrafe gefordert. Er habe,  so wird die Staatsanwältin im Artikel der „Morgenpost“ wiedergegeben, bei diesen Sexpraktiken den Tod von Carsten Sr. in Kauf genommen. Gegen die Unfall-Behauptung spricht nach ihrer Ansicht, dass Michael S. selbst in einem Brief geschrieben hatte: „Das Schlimmste ist, ich habe einen Typen auf sein Verlangen hin ermordet. Wir hatten es schon lange geplant.“
Die Verteidigung dagegen betonte, dass es sich um einvernehmlichen Sex gehandelt hätte, ein Tötungsvorsatz nicht erkennbar sei. Es handele sich um „Körperverletzung mit Todesfolge in einem minder schweren Fall“, um eine „fahrlässige Tötung“ – eine Strafe solle sich „im bewährungsfähigen Bereich“ bewegen. Laut einem Bericht der Berliner „Siegessäule“ hat Michael S. unter Tränen beteuert, dass es ihm leid tue. „Ich vermisse Carsten, auch als Liebhaber“.
Das Urteil wird am morgigen Freitag gesprochen. / Aktualisierung 7.12.2012: Das Urteil

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