Personalia der Woche: Wer 60 wurde, wer 70 wird und wer Joghurt als Abführmittel empfahl

Die Personalia sind wieder randvoll – was sehr gut zu den Stichworten Kühlschrank und Joghurt passt, die diese Woche eine Rolle spielen. Ansonsten geht es um die Quote und um viel Kultur, vom Tanz bis zum Comic und zur Bildenden Kunst. Vorneweg der Termin einer Buchpremiere …

Axel Schock, Journalist, und Rinaldo Hopf, Künstler, haben den 9. Band von „Mein schwules Auges“ (Konkursbuch Verlag; Cover oben) veröffentlicht. Buchpremiere ist am 30. November 2012 in Berlin um 20.30 Uhr im Buchladen Eisenherz, Lietzenburger Str. 9a. Zahlreiche Autoren lesen aus ihren Texten, es wird eine Body Painting Performance geben und der mit Fotos im Band vertretene Fotograf Johnny Alexandre eröffnet eine Ausstellung in den Räumen des Buchladens.

Rosa von Praunheim, Filmemacher und einer der Geburtsväter der deutschen Schwulenbewegung, feiert am Sonntag Geburtstag.  Dabei hat er eine ähnliche Erfahrung wie ich gemacht: „Aber wissen Sie, das mit den Falten, das kommt über Nacht. Man wacht eines Morgens auf und schwups, sieht man aus wie 70.“ Und ich bin noch nicht mal 50.

Corny Littmann, Betreiber des Hamburger Schmidt Theaters, wurde am Mittwoch 60 Jahre alt. Wir gratulieren! Seine Haltung zu falten kennen wir leider nicht!

Röbi Rapp und Ernst Ostertag sind beide 82 Jahre alt, seit 56 Jahren ein Paar, seit neun Jahren verheiratet. Das Buch „Verborgene Liebe“ erzählt nun ihre Geschichte. Im Interview sagt Rapp, dass seine Mutter keine Probleme mit seinem Coming-out gehabt hätte. „Nur mit einem hatte sie Mühe: Sie mochte es nicht, wenn ich mich fürs Theater als Frau verkleidete.“

Alexander Vogt, Vorstand LSU, freut sich, dass eine Gruppe von CDU-Politikern auf dem Bundesparteitag in Hannover Anfang Dezember einen Antrag zur steuerlichen Gleichstellung homosexueller Paare einbringen will. Aus Fulda kommt der Gegen-Antrag, der die Gleichstellung ablehnt.

Dietrich Dettmann, Chef vom „Fresh“-Magazin, geht es allmählich wieder besser – das schreibt er in seiner FB-Chronik.Vor einigen Wochen hatte er sich bei der Explosion eines Boilers schwere Brandverletzungen zugezogen. Am letzten Samstag meldete er sich via Facebook.

Dunja Hayali, ZDF-Moderatorin, sinnierte anlässlich der Quoten“taz“: „iDie Quote als Brücke zur Normalität. Das ist das Miststück, das wir brauchen.“

Anne Will, ARD-Moderatorin, gab sich mal wieder ganz als Lipstick-Lesbe in der „Quoten“-Redaktion: „Jetzt kannst du den Wein bringen“, sagte sie um 11.22 Uhr zu Ines Pohl, Chefin der „taz“.

Peter Altmaier, Umweltminister, will die Quote von Homosexuellen erhöhen von energiesparenden Kühlschränken erhöhen und ist auf die Idee von Kühlschrank-Gutscheinen für sozial Schwache gekommen.

Thomas Mann, Schriftsteller, Meister des „raunenden Imperfekt“ (1875-1955), hat in Postkarten an den Bruder Heinrich launig Joghurt als Abführmittel empfohlen. 81 kürzlich aufgetauchte Post- und Briefkarten wurden nun für das Lübecker Buddenbrookhaus erworben.

Marco H., 33 Jahre alt, wurde in Hamburg unter dem Verdacht, für zahlreiche Brände verantwortlich zu sein, festgenommen. Was in der Polizeimeldung nicht steht, fügt die „Bild“ in ihrer professionellen Berichterstattung über den „Feuer-Nazi“ bei: „zudem ist er schwul“. Link sparen wir uns!
Jens Spahn, CDU-Politiker, hat sich keineswegs, wie von diversen Medien geschrieben, im „Spiegel“ „geoutet“. Er hat aber über seine Homosexualität mit dem Spiegel gesprochen – und S.i.e.g.T. daraufhin über ihn.
Markus Gutfleisch, Vorstand HuK, kritisiert das Schweigen der deutschen Bischöfe zu den Aktivitäten eines Hetz-Portals.
John Neumeier, Tänzer und Choreograf, ist mit dem russischen Freundschaftsorden ausgezeichnet worden  worden – das von ihm geleitete deutsche Bundesjugendballett mit dem Deutschen Tanzpreis.
Michael Adam, Regener Landrat, hat via Facebook ein bisschen gegen die eigene Partei (hauptsächlich Bayern-SPD-Landeschef Pronold, „Speichellecker“) ausgeteilt – und bedauert es ein klein bisschen.

Markus Danuser, Vorstand des Kölner Lesben- und Schwulentags, will von der Stadt Köln geplante Kürzungen im Bereich der Beratungsstellen verhindern. „Einen Kahlschlag in der nicht-kommerziellen Szene darf es in Köln nicht geben“, sagte er gegenüber „inqueery“.

Apollo & Midnighter, eigentlich schon erwachsenes schwules Paar im DC-Comic-Universum, schafft es – trotz aktueller Beziehungsprobleme – im kommenden Februar ins „Young Romance – Valentine’s Special“ des Verlags. Und wo wir schon in der Comic-Welt sind:

Kyle & Northstar, verheiratetes US-amerikanisches-kanadisches Paar im Marvel-Universum, bekommen Ärger mit der amerikanischen Einwanderungsbehörde! Wie in der Realität genießt der „nicht-amerikanische“ Partner in binationalen homosexuellen Paaren kein automatisches Aufenthaltsrecht.

Michael Cunningham, Schriftsteller und Pulitzerpreisträger, hat im „Cicero“ über kreatives Schreiben geschrieben und darüber, dass die Vorrangstellung des weißen, heterosexuellen Autors in der amerikanischen Literatur ausgedient habe. Mein Lieblingssatz des Textes: „Ich habe nichts gegen weiße heterosexuelle männliche Autoren.“
Nicolas Noguier hat „Le Refuge“ gegründet – eine Organisation, die jugendlichen Opfern von Homophobie in Frankreich hilft. Über deren Situation berichtet „Jungle World“.
Justin Fashnau, bis heute der einzige Profi-Fußballer, der sich während seiner aktiven Zeit zum Schwulsein bekannte, nahm sich 1998 das Leben. Die „taz“ veröffentlichte ein Interview mit seiner Nichte Amal: „Er war sehr tapfer. Es war ihm egal, wenn man ihn als Gay bezeichnete.“
Kevin Clash, Stimme von Elmo in der amerikanischen „Sesamstraße“, gibt nach 28 Jahren wegen Gerüchten über Sex mit Minderjährigen seinen Job auf.
Jack Smith, amerikanischer Underground-Filmemacher (1932-1989), wird derzeit mit einer Ausstellung im Frankfurter Museum für moderne Kunst gewürdigt. (Foto: Jack Smith Archive)
Susan Sontag, Schriftstellerin (1933-2004), scheint den Künstler Bernhard Brungs fasziniert zu haben. Die Galerie Dittrich & Schlechtriem in Berlin zeigt vom 30. November 2012 – 19. Januar 2013 „On Susan Sontag“, 12 klein- und großformatige Malereien zum Leben der amerikanischen Intellektuellen.
 

1 Response to “Personalia der Woche: Wer 60 wurde, wer 70 wird und wer Joghurt als Abführmittel empfahl”


  1. 1 Hans-Georg November 24, 2012 um 11:58 am

    Was will man aus Fulda auch anderes erwarten?!


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