Personalia der Woche: Wer das älteste Kino der USA und wer eine Modemarke der USA unterstützt (und wer erhält wohl Geld für was?)

Um die Debatte um einen unsäglichen Song, der Selbstjustiz an Pädophilen verklärt und nach den starken Führern ruft, kommen wir in diesen Personalia natürlich nicht herum. Außerdem: Ein Blogger verkündet seinen Abschied, ein Aktivist erhält das Bundesverdienstkreuz, ein Schiedsrichter hat sein Coming-out – und leider auch diese traurige Meldung: ein russischer Asylsuchender nimmt sich in der Schweizer Abschiebehaft das Leben …

Ulli Würdemann, Blogger, stellt nach fast sieben Jahren sein Blog „Ondamaris – positiv schwul“ ein.

Joachim Schulte, Sprecher QueerNet Rheinland-Pfalz, hat für sein Engagement das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Manfred Hörmann, Nachnamensvetter und Landwirt in der Steiermark, wollte seinen Partner heiraten und wenn das nicht gehe, dann wenigstens sich mit ihm auf dem Standesamt verpartnern. Beides wurde nun vom Verfassungsgerichtshof Österreichs abgelehnt.

Norbert Moosmann, Bürgermeister der Schwarzwälder Gemeinde Rickenbach, ist wegen Vortäuschung einer Straftat verurteilt worden. Laut „SpOn“ sagte der Richter: „Aufgrund seiner labilen psychischen Lage ging es dem Bürgermeister wohl darum, sich mal ordentlich als Opfer darzustellen“.

Burkhard Bock, Schiedsrichter aus der Uckermark, erhielt – laut „Märkische Allgemeine“ – „Applaus als Echo“ für sein Coming-out: auf einer Schiedsrichter-Tagung: „Ja, ich bin schwul und ich bitte euch, diese Tatsache einfach nur zur Kenntnis zu nehmen.“

und jetzt versuchen wir, die Aufregung der Woche kurz zu fassen:

Josi Michalke, Bundessprecherin der Linksjugend [solid], hat Xavier Naidoo und Kool Savas wegen „Aufrufs zur schweren Körperverletzung und zum Totschlag und wegen Volksverhetzung“ im Hidden-Track „Wo sind“ angezeigt, aber die beiden Musiker mit Hang zum Männerkult (mal physisch, mal christlich) haben uns eigentlich ganz toll lieb – und die Staatsanwaltschaft null Bock, was zu unternehmen (was der Normalfall ist, wenn es um Hetze gegen Schwule geht).
Klaus Jetzt, Sprecher vom LSVD, glaubt den homo-freundlichen Worten von Naidoo und Savas nicht so ganz: „Eine Entschuldigung ist schön und gut, aber wenn sie sie ehrlich meinen, muss es auch Konsequenzen haben. Sie müssen den Song zurücknehmen.“
Jörg Litwinschuh, Geschäftsführer der Hirschfeld Stiftung des Bundes, findet im „queer.de“-Interview einfach alles toll: die Stiftung, seinen Job, die Politiker – … und war da nicht noch wer??? Ach ja, Schwule und Lesben hätte man fast vergessen – werden dann aber doch noch in einer Randnotiz erwähnt: „Ich würde mir wünschen, dass sich unsere eigene Community, also die Vertreterinnen und Vertreter der LGBTI-Zivilgesellschaft, noch aktiver im Kuratorium einbringt.“
Bradley Manning, angeblicher Wiki-Leaks-Informant, wird seit Monaten vom US-Militär gefangengehalten und wurde auch gefoltert. Mittlerweile soll er zu einem teilweisen Schuldeingeständnis bereit sein, so „Gulli“. Die Friedensnobelpreisträger Desmond Tutu, Mairead Maguire und Adolfo Pérez Esquivel haben sich nun für ihn eingesetzt. Er verdiene Gnade statt Strafe.

John Waters, Filmemacher (Foto oben), unterstützt ein Kickstarter-Projekt zur Rettung des Roxie Theaters in San Francisco, einem der ältesten Kinos der USA.

Rufus Wainwright, Musiker, posiert derweil mit Ehemann Jörn Weisbrodt für die Winter-Werbung von GAP.

Beth Dito, Musikerin, will ihre Partnerin nächstes Jahr im Juni auf Hawaii heiraten und dann auch das Kind austragen!
In memoriam: Oleg, 28 Jahre alter Russe, hat wegen Diskriminierung und staatlicher Repression aufgrund seiner Homosexualität in der Schweiz um Asyl ersucht. Als sein Asylantrag wurde, hat sich Oleg in der Zelle der Abschiebehaft erhängt. Amnesty fordert eine Untersuchung des Falles.
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