Köln streicht Referat für Schwule und Lesben

Ein Vorgeschmack, was wir von einer rot-grünen Zusammenarbeit künftig erwarten können? 102 Millionen will die Stadt Köln einsparen, Ziel ist die Sanierung des Haushaltes der Stadt.  Der Kölner OB Jürgen Roters (SPD), 2009 mit den Stimmen der Grünen ins Amt gekommen, hat dafür einen Sparplan vorgestellt, der radikale Einschnitte vor allem in den sozialen Bereichen vorsieht, die „Welt“ schreibt von einem „Kahlschlag“: Kita-Gebühren werden angehoben, Einschulungsbeihilfen für Kinder armer Familien gestrichen, auch das verbilligte Mittagessen will ihnen der Sozi nicht länger gewähren. Zuschüsse für soziale und kulturelle Einrichtungen der Stadt fallen weg. Ebenfalls auf der Streichliste: Das Referat für Lesben, Schwule und Transgender.
75.000 Euro sollen dadurch eingespart werden, so weist es eine vom „Kölner Stadtanzeiger“ veröffentlichte Liste aus.
Das Referat war erst im September 2010 eingerichtet worden. Daneben existiert noch eine Statdtarbeitsgemeinschaft Lesben, Schwule und Transgender, der Vertreter aus Politik, Verwaltung und der schwul-lesbischen-transgender Community angehören. Das Referat sollte deren Arbeit inhaltlich unterstützen und als „Außenvertretung“ (Selbstbeschreibung) die Interessen von LGBT in städtischen Gremien vertreten. Damit soll nun Schluss sein.
OB Roters gilt übrigens als homo-freundlich, u.a. übernahm er die Schirmherrschaft für das schwul-lesbische Fußballturnier Come Together-Cup.
Links: Artikel im „Kölner Stadtanzeiger“ / Streichliste / Artikel „Welt“ und einen Dank an den Leser des Samstag-Blogs, der mich auf die geplante Streichung hingewiesen hat.

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3 Responses to “Köln streicht Referat für Schwule und Lesben”


  1. 1 Steven November 13, 2012 um 7:27 pm

    Das das besagte Referat ohnehin quasi inexistent war, wird die Streichung nicht weiter auffallen.

  2. 2 Ralf November 16, 2012 um 3:12 pm

    Ich denke, die Sinnhaftigkeit eines solchen Referats misst man an den Ergebnissen seiner Arbeit. Seine bloße Existenz ist noch kein Wert an sich.

  3. 3 RH November 16, 2012 um 3:22 pm

    Allgemein scheint es wenig Bedauern ob der Streichung des Referats zu geben. Eine Anfrage meinerseits an das Referat fand keinen Widerhall, was vermuten lässt, dass es sich nur um einen „toten Briefkasten“ handelte, wie jemand via Facebook schrieb. Ebenfalls dort war zu lesen, dass es in Köln „intern“ im Vorfeld Kritik an der Einrichtung eines solchen Referates gegeben habe, da es sich aber um ein grünes „Wunschprojekt/Vorzeigeprojekt“ handelte, habe man nix gesagt. Ich nehm das Ganze als Beleg für meine Vermutung, dass es längst eine „schwul-lesbische Maschinerie“ gibt, die vor sich hin agiert, dass diese Maschine Gelder und Posten irgendwem zuschustert, wozu auch immer. Für all das braucht es eines nicht: Schwule und Lesben. Aber schön, dass man in ihrem Namen so ziemlich alles machen kann was man will: von der gut gemeinten Plakatkampagne, die einem die nächsten Projektgelder sichert, bis hin zu irgendwelchen Referaten … Ist aber nur eine Vermutung – und vielleicht einer der nächsten Samstagsgedanken.


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