Personalia der Woche: Wer den Pflegenotstand weglächelt und welcher lesbische Sheriff zum dritten Mal im Amt bestätigt wurde

Die Wahlen in den USA hinterlassen auch ihre Spuren in den Personalia und in unterschiedlichster Weise leider auch das Thema Verbrechen. Ansonsten: ein Jugendzentrum erhält eine Geldspende, eine TV-Sitcom wird zum Comic und ein Ex-Bürgermeister traut sich endlich, seine Partei zu kritisieren + Extra: Neuer Video von Drake Jensen …
Ole von Beust, Ex-Bürgermeister Hamburgs, kritisiert überkommene Reflexe seiner Partei, der CDU, im „andauernden Widerstand der Partei gegen die Anerkennung von schwulen Partnerschaften“.
Jens Spahn, CDU-Politiker und MdB, war für die „Welt“ „Lückenbüsser“ für Gesundheitsminister Bahr bei der Jauch-Talkshow und versuchte „den Pflegenotstand in Richtung Publikum wegzulächeln“.
Peter Altmaier, CDU-Umweltminister, dementiert Gerüchte, er habe bei Stefan Raabs neuer Show abgesagt, weil er nicht mit Volker Beck in der Sendung sein wollte. „Ich bin mit Volker Beck befreundet, war mit ihm in vielen Talkshows und werde das gerne auch wieder tun“, wird er von „Spiegel Online“ zitiert.
Frank S., Vorsitzender des SPD-Ortsverein Findorff, wird verdächtigt, einen 20-Jährigen mit K.O.-Tropfen betäubt und anschließend sexuell missbraucht zu haben.

Mario Wirz, Schriftsteller, liest Texte im Rahmen der Podiumsdiskussion „Tod, wo ist Dein Stachel? Über Tod und Endlichkeit in einer pluralen Leistungsgesellschaft“ am 14. November 2012 in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin.

Carsten S., Terrorhelfer im Zeugenschutzprogramm, hat höchstwahrscheinlich die Waffe für die Morde der NSU-Nazis besorgt. Auf „SpOn“ kann man ein Porträt lesen, dass man eigentlich nicht glauben möchte: Er habe sich „von der männlich dominierten Szene (der Nazis, Anm. RH) angezogen gefühlt“.
Anyway Köln, schwul-lesbisches Jugendzentrum,  erhält 2.000 Euro von C&Afür das Medienprojekt „Julian – Junge Liebe anders“.
Ein österreichischer Polizist erhält nach 36 Jahren Entschädigung – er war 1976 aufgrund „des antihomosexuellen Sonderstrafgesetzes zu drei Monaten Gefängnis verurteilt“ und danach aus dem Polizeidienst entlassen worden.
Jan Feddersen, „taz“-Redakteur, kommentiert die Bedeutung der US-Wahl für Homosexuelle: „Wie sich jetzt herausstellte, hat das Bekenntnis Obamas zum Recht von Homosexuellen auf die zivilrechtliche Ehe ihm nicht geschadet, selbst in religiösen Kreisen offenbar nicht nachhaltig.“ A propos:

Tammy Baldwin, Politikerin aus Wisconsin, gewann für die Demokraten einen Sitz im US-Senat: Sie ist die erste offen lesbische Senatorin.

Keesha Patterson aus Washington, Maryland, machte – kaum dass in ihrem Bundesstaat die Ehe für Homosexuelle bestätigt worden war, um die Hand ihrer Freundin an – auf der Siegesfeier der Demokraten in Chicago.

Lupe Valdez, Sheriff in Dallas, Texas, ist offen lesbisch und wurde zum dritten Mal in ihrem Amt  bestätigt.

Elton John, Musiker, und David Furnish, Musiker-Gatte, bekommen ihr zweites Kind (geliefert).

Zwei Jamaikaner sollten von einer Menge gelyncht werden, weil sie angeblich homosexuell seien. Das Ganze wurde gefilmt. Interessant dabei: „Erstmals richtet sich die Aufregung seit dem Bekanntwerden des Falls aber nicht gegen Schwule, sondern gegen den Mob und die prügelnden Wachmänner.“ (Artikel von Hans-Ulrich Dillmann, „taz“)
Brady und Cheeks, frisch verheiratetes Paar der Sitcom „Husbands“, gibt es jetzt auch als digitales Comic für 99 Cent bei Dark Horse. (Abbildung oben aus #2)
In Memoriam
Tim Ribberink, Niederländer, nahm sich im Alter von 20 Jahren das Leben. Er wurde, nach Aussagen der Eltern, im Internet neben vielen anderem auch als „Loser und Homo“ beschimpft. Mit einer drastischen Todesanzeige, die aus dem Abschiedsbrief ihres Sohnes zitiert, versuchen die Eltern herausfinden, wer ihren Sohn zu Tode gemobbt hat: „Liebe Pap und Mam, ich wurde mein ganzes Leben lang verspottet, gemobbt, gehänselt und ausgeschlossen. Ihr seid fantastisch. Ich hoffe, dass ihr nicht sauer seid. Auf Wiedersehen, Tim.“ (Bericht in „Die Welt“)
und weil ich die Personalia nicht so traurig enden lassen will:
Drake Jensen, Kanadas „Out“-Country-Sänger, und Willam Bell, Star aus Ru Pauls „Drag Race“, sind vereint für ein Cover von „Stand By Your Man“ und umgeben von Cowboys  (was sonst …) 
Falls eingebettetes Video nicht angezeigt wird, direkt bei YouTube versuchen.
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