Netzwerk in Ba-Wü gegründet

Über 40 Vereine und Initiativen aus Baden-Württemberg, die Interessen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender-Personen, transsexuellen und intersexuellen Menschen vertreten, haben ein landesweites Netzwerk gegründet.
Das LSBTTI-Netzwerk soll die Zusammenarbeit der Initiativen untereinander verbessern, mehr Bewusstsein in der Öffentlichkeit schaffen und den Austausch mit der Politik auf Landesebene intensivieren. Es sei wichtig, „gemeinsam zu arbeiten und sich gleichzeitig breit aufzustellen, um alle Farben des LSBTTI-Regenbogens in Baden-Württemberg abdecken zu können“, heißt es in einer Pressemitteilung. Dem Netzwerk gehören u.a. die schwul-lesbischer Gruppen der Grünen, der SPD oder der CDU an, ferner LSVD und Lesbenring, die AH Ba-Würegionale Initiativen wie die Rosa Hilfe Freiburg oder Fan-Projekte wie die Stuttgarter Junxx, die schwulen VFB-Fans. Daneben dominieren CSD-Veranstalter das Netzwerk. Als AnsprechpartnerInnen wurden auf der Gründungsversammlung Christoph Michl (IG CSD Stuttgart e.V.), Marion Römmele (FETZ Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V.) und Kim Schicklang (Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V.) gewählt.
Nachfolgend die Pressemitteilung ungekürzt:

„Pressemitteilung vom 01. Oktober 2012:

Landesweites LSBTTI-Netzwerk gegründet – Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transgender, trans- und intersexuelle Menschen arbeiten in Baden-Württemberg für Toleranz und Gleichstellung zusammen

Über 40 Vereine und Initiativen aus ganz Baden-Württemberg, welche die Interessen von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transgender-Personen, transsexuellen und intersexuellen Menschen vertreten, haben nun ein landesweites Netzwerk gegründet. Das Netzwerk soll nicht nur die Zusammenarbeit der Initiativen untereinander verbessern – und dadurch in der Öffentlichkeit für mehr Bewusstsein für die Belange von Menschen aus dem LSBTTI-Spektrum sorgen – sondern auch den Austausch mit der Politik auf Landesebene intensivieren.
Vorangegangen war das Bekenntnis der grün-roten Landesregierung zu einem Aktionsplan für Toleranz und Gleichstellung, der bereits im Kabinett beraten wurde und in Zusammenarbeit mit den Initiativen und Vereinen in Baden-Württemberg erarbeitet werden soll. Die Absicht ist es, einen gemeinsamen und umfassenden Maßnahmenkatalog zu entwickeln, um sowohl Trans- wie Homophobie besser entgegenwirken zu können, aber vor allem auch um besser über Homo-, Trans- und Intersexualität aufklären zu können. Das Netzwerk sieht in dem Austausch und der Vernetzung den besten Weg, um sich miteinander für ein Klima der Toleranz und Vielfalt stark zu machen. Die Kompetenzen und Erfahrung der Initiativen, die sich dem Netzwerk angeschlossen haben, sollen dabei im Mittelpunkt stehen.
Das Netzwerk versteht sich als von den Parteien unabhängiger Zusammenschluss, welcher die gemeinsamen Anliegen der Initiativen deutlich vertritt und zugleich auf die Arbeit in den jeweiligen Regionen von Baden-Württemberg aufmerksam macht. So soll nicht nur für die großen Themen wie Antidiskriminierung, gesetzliche Gleichstellung, Gewalt gegen Minderheiten, Homoehe oder geschlechtliche Selbstbestimmung sensibilisiert werden, sondern vor allem auch durch gemeinsame Veröffentlichungen und Arbeitsgruppen betont werden, wie wichtig das Engagement in den Regionen und die Experten-Funktion der Initiativen und Gruppen vor Ort sind.
Auf der Gründungsversammlung des Netzwerks im September in Stuttgart wurden drei Personen gewählt, die in den ersten Monaten einerseits den gebildeten Arbeitsgruppen, sowie dem Sozialministerium als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Christoph Michl (IG CSD Stuttgart e.V.), Marion Römmele (FETZ Frauenberatungs- und Therapiezentrum Stuttgart e.V.) und Kim Schicklang (Aktion Transsexualität und Menschenrecht e.V.) betonen dabei, dass das neue Landesnetzwerk immer offen für diejenigen ist, die sich diesem gerne anschließen wollen. Gemeinsam zu arbeiten und sich gleichzeitig breit aufzustellen, sei wichtig, um alle Farben des LSBTTI-Regenbogens in Baden-Württemberg abdecken zu können.
Eine Übersicht der Gruppen im Netzwerk findet sich unter http://landesliste.zentrum-weissenburg.de.“

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1 Response to “Netzwerk in Ba-Wü gegründet”


  1. 1 Ralf Oktober 4, 2012 um 11:52 am

    Erstaunlich, dass es erst jetzt gelungen ist, in einem so großen und bevölkerungsreichen Bundesland ein solches Netzwerk zu gründen. Ba-Wü hinkt da anderen Ländern weit hinterher. Vielleicht ist auch das ein Grund, weshalb sich dort homopolitisch nichts bewegt hat und die grün-rote Landesregierung weiter verfassungswidrig diskriminieren kann, indem sie schwulen Beamten und lesbischen Beamtinnen die nach Art. 3 GG gebotene rückwirkende Gleichstellung nach wie vor verweigert. Im benachbarten RLP, wo es ein solches Netzwerk längst gibt, hat dessen ausdauernde Arbeit die vollständige rückwirkende Gleichstellung gebracht, obwohl die selben Parteien regieren, die sie in Ba-Wü blockieren.


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