Personalia der Woche: Wer gern mit Frank Ocean ausgehen würde und wer derzeit nicht wie ein Kämpfer aussieht

 

Bei den aktuellen Temperaturen kann man zwischen wetterbedingten Schweißausbrüchen und den Hitzewallungen aufgrund der männlichen Menopause ja kaum unterscheiden! Bevor wir den kühlenden Schatten aufsuchen, noch einige Personalia dieser Woche, u.a. zu einer Kooperation München-Kiew, einem Anschlag auf ein homophobes Zentrum in Washington und einer (hoffentlich) couragierten Staatsanwältin …

Klaus Wowereit, Noch-Regierender Bürgermeister Berlins, hat fertig – findet Christine Richter in der „Welt“ angesichts des Desasters um den Berliner Großflughafen: „Wie ein Kämpfer sieht Wowereit derzeit nicht aus. Eher wie einer, der am Boden liegt und nicht weiß, wie er wieder aufstehen soll.“

Bastian Finke, Leiter des schwules Anti-Gewalt-Projekts Maneo, „findet es toll“, dass es bei der Berliner Staatsanwaltschaft künftig eine Ansprechpartnerin für gleichgeschlechtliche Lebensweisen gibt. Mehr zu Ines Karl am Ende der Personalia.

Saleh, 28-jähriger Palästinenser, lebt seit 16 Jahren illegal in Israel. „Wäre er länger in seiner Heimat geblieben, er wäre vermutlich längst tot.“ – Fritz Schaab schreibt in der „Zeit“ über die Situation schwuler palästinensischer Flüchtlinge.

Stanislav Mishchenko, Menschenrechtsaktivist aus der Ukraine (Foto), in einem Interview mit Conrad Breyer, dem Pressesprecher vom Münchner SUB, zu der geplanten Szenekooperation mit Kiew (Link zur PDF des Interviews via subonline.org)

Bradley Manning, US-Soldat, wird wegen Weitergabe von Militärinformationen seit Mai 2010 (!) vom US-Militär gefangengehalten – etwa 100 Menschen besetzten ein Wahlkampf-Büro von Präsident Obama in Oakland, um für die Freilassung Mannings zu protestieren.

Gary Paterson, 63-jähriger Geistlicher, wurde als erster Schwuler zum Moderator der United Church of Canada, der größten protestantischen Vereinigung des Landes, gewählt. Ein Interview – in Englisch – mit ihm hat „Metro News„.

George Michael, Sänger, sang bei der Abschlussfeier der Olympischen Spiele seinen neuen Song „White Light“  – viele kritisierten den „Missbrauch“ der Zeremonie für diese Promo. Das ficht unser Häschen aber nicht an, seine Antwort: „F**k off!“

Luke Anderson, 31-jähriger Transgender Mann, wurde vom Publikum zum Gewinner der britischen Variante von „Big Brother“ gewählt.

Zwischenreich

Floyed Lee Corkins, 28-Jähriger aus Herndon, Virginia, hat in den Büros des Family Research Councils in Washington einen Sicherheitsbeamten angeschossen. Dieser konnte den Täter noch überwältigen. Vor dem Abfeuern seiner Waffe soll Corkins ausgerufen haben: „Ich mag eure Politik nicht!“ Das Family Research Council ist eine reaktionär-homophobe Organisation. Deren Führer Tony Perkins hatte vor kurzem aufgerufen, die Fastfood-Kette Chick-fil-A zu unterstützen, die ein schwulen- und lesbenfeindliches Geschäftsgebahren hat. In seinem Rucksack hatte Corkins 15 Sandwiches der Fastfood-Kette! Ob Corkins selbst schwul ist, ließ sich diversen Pressemeldungen (u.a. „Guardian“) nicht entnehmen, aber er arbeitete ehrenamtlich in einem Zentrum der LGBT-Community. Über 20 LGBT-Gruppen der USA verurteilten die Tat. Das Family Research Council nannte die Tat eine Folge der rücksichtslosen Rhetorik der LGBT-Gruppen, die die Organisation als Hass-Gruppe beschimpfe.

Coming-out

Nick Grimshaw, 27-jähriger Moderator der Morgenshow des populären „Radio 1“ der BBC, ist schwul und würde gern mit Sänger Frank Ocean ausgehen.

In memoriam

Joseph Alexander ‚Alex‘ Ulrich, 40-jähriger Fotograf in Baltimore, wurde auf offener Straße erschossen. Er war mit dem 56-jährigen Lawrence Peterson unterwegs, der nach den Schüssen im Koma liegt. Die Polizei fahndet nach den Tätern, es lägen derzeit keine Anhaltspunkte für ein Hassverbrechen vor, so „Wahington Blade“.

Unterstützerinnen

Parvin Sadigh, Redakteurin der „Zeit“, hält das Adoptionsverbot für homosexuelle Paare für „absurd“. Wir auch!

Ines Karl, 48-jährige Oberstaatsanwältin, ist künftig bei der Berliner Staatswanwaltschaft Ansprechpartnerin für Opfer homophober Straftaten. Straftaten gegen Schwule, Lesben, Bi- und Transsexuelle werden nun in einer um den Bereich „Hasskriminalität“ erweiterten Spezialabteilung bearbeitet.

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