Deutsche Bank und Allianz unterstützen homophobe Republikaner im US-Wahlkampf

Am Wochenende hat der republikanische Kandidat für die Präsidentschaftswahl im November in den USA, Mitt Romney, den Politiker Paul Ryan zum Mann an seiner Seite benannt – als Vizepräsidentschaftskandidaten! Ryan ist offen homophob und hat, nachzulesen im Artikel des amerikanischen Magazins „Advocate“, in den letzten Jahren gegen jedes, aber auch wirklich jedes Gesetz gestimmt, das eine Verbesserung für Homosexuelle gebracht hätte: Egal ob zivile Partnerschaft, Homo-Ehe, Hassverbrechen oder „Don’t ask, don’t tell“ – Ryan ist dagegen – und nur dafür, die Ehe exklusiv für Mann und Frau in der Verfassung verankern zu lassen.
Der Wahlkampf der Republikaner – und damit die homophobe Politik – wird auch von deutschen Firmen mitfinanziert …

Die „Wirtschaftswoche“ hat Spendendaten aus dem US-Präsident-schaftswahlkampf auswerten lassen. Zwar möchte eine Mehrheit deutscher Konzerne in den USA zwar Präsident Obama auch nach der Wahl am 6. November 2012 im Amt sehen, nicht aber die Deutsche Bank und die Allianz-Versicherung. Sie haben dem republikanischen Kandidaten Mitt Romney deutlich mehr Geld zukommen lassen als dem demokratischen Amtsinhaber Obama. So erhielt Romney laut den Zahlen der „Wirtschaftswoche“ (Artikel vom 21.7.2012) 86.250 US-Dollar, Obama speiste man mit 16.575 $ ab. Der Verischerungsgigant Allianz hatte für Obama gerade mal 212 $ übrig (da waren die Kosten für die Überweisung ja vermutlich höher!). Dagegen sprudelten fast 15.000 $ für Romney.
Während Obama nicht nur gegen den Widerstand der Republikaner die schwulen- und lesbenfeindliche Politik innerhalb des amerikanischen Militärs abgeschafft und sich inzwischen deutlich für ein Recht von Homosexuellen auf Ehe ausgesprochen hat, gibt Romney sich als entschiedener Gegner einer „gay marriage“. Mit ihm wäre die Diskriminierung im Militär nicht abgeschafft worden, während der damaligen Debatte argumentierte er, dafür sei momentan nicht der richtige Zeitpunkt. (ABC News, 25.10.2011) Immerhin: Ebenso wie Obama findet Romney es nicht richtig, dass die amerikanischen Pfadfinder Schwule und Lesben ausschließen (Washington Post, 8.8.2012)
Richard Grenell war nach kurzer Zeit wegen seiner Homosexualität aus dem Amt als Sprecher für Mitt Romney gemobbt worden (Spiegel Online, 2.5.2012). Kurz darauf wurde bekannt, dass Romney selbst 1965 als Schüler einen vermutlich schwulen Mitschüler drangsaliert, ihm aufgelauert und zusammen mit anderen Jungen ihm die langen Haare abgeschnitten hat. Romney konnte sich erst nicht erinnern und tat das Ganze als „Streich“ ab (Süddeutsche, 11.5.2012)
2002 war die Deutsche Bank vom elitären Zirkel schwuler Führungskräfte ausgezeichnet worden: „Das Unternehmen hat Diversity – also Vielfalt – mit allen Management-Instrumenten, mit aktiver Beteiligung des Vorstands und auf allen Ebenen der Mitarbeiterschaft als Bestandteil der Unternehmenskultur verankert.“ (zitiert nach „Spiegel Online“, 18.4.2002)
Die Unterstützung der Allianz für die Republikaner hat übrigens mittlerweile zu verärgerten Reaktionen von Kunden geführt. Teilweise, so die „Wirtschaftswoche“ am 4.8.12, seien Verträge mit dem Konzern gekündigt worden.

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