Personalia der Woche: Wer glücklicherweise die Hose anbehält und wer im neuen Video von Antony and the Johnsons dabei ist

Wir könnten die Personalia dieser Woche locker mit all den Namen derjenigen füllen, die irgendwas zum Thema Ehegattensplitting für homosexuelle Paare gesagt haben (ich konnte es auch nicht lassen). Wir beschränken uns mit einer kleinen Auswahl. Ansonsten gibt es die erste offen lesbische Generälin der USA, eine tapfere Bogenschützin, einen Journalisten, der beim ersten Dunkelraumbesuch weder den tollen Sex noch die große Liebe fand, und: Das neue Video von Antony and the Johnsons …

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In eigener Sache:

Lesung zusammen mit Anne Bax
am 14. August 2012 in Magdeburg
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Klaus Wowereit, Noch-Regierender Bürgermeister Berlins, hat die Initiative von 13 CDU-Abgeordneten zur rechtlichen Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften mit der Ehe mit den Worten „Willkommen unter den Aufgeklärten“ kommentiert.

Stefan Kaufmann, CDU-Bundestagsabgeordneter, möchte „keine Ikone der Schwulenbewegung werden wie Volker Beck“. Da können wir ihn beruhigen: Weder ist Beck eine Ikone noch hat Kaufmann das Rückgrat, sich so engagiert für unsere Sache zu engagieren, wie Beck es tat.

Thomas M. Steins, Vize-Vorsitzender des LSU, gibt im „SZ“-Interview immerhin zu, nicht gerade wegen der Familienpolitik Helmut Kohls in die CDU eingetreten zu sein.

Sascha M., Hundebettendesigner, hat erst seinen Hund pinkeln lassen, dann – wir sind ja in Berlin!!! – dem, der sich beschwerte, Pfeffer ins Gesicht gesprayt und danach einem Polizisten ins Bein gebissen. Soweit, so asozial und lustig. Weniger lustig ist, was die Presse dazu über „Beamte in Todesangst“ schrieb.

Ines Pohl, „taz“-Chefredakteurin, auf der Suche nach ihrem Profil und dem der „taz“.

Elmar Kraushaar, Journalist, wurde ein wenig enttäuscht bei seinem ersten Besuch im Dunkelraum.

Das Kickstarter-Projekt „GaymerCon“, über das wir in der letzten Woche berichtet hatten, hat das Ziel von 25.000 Us-$ bereits erreicht und übertroffen.

Dirk Stöllger, Betriebsrat bei der Commerzbank Berlin-Brandenburg, im „IWWIT“-Interview über Ausgrenzung am Arbeitsplatz „Wenn der Arbeitgeber blöd genug ist, zu sagen: Wir brauchen keine Azubis, die HIV-positiv sind – dann habe ich alle Hebel in der Hand; bei Ausgrenzung und Mobbing sowieso. Leider sind die Arbeitgeber aber heute nicht mehr so blöd, uns so einen Gefallen zu tun. Die sind intelligenter geworden und sagen eher so etwas wie: Die Leistung des Mitarbeiters war nicht zufriedenstellend.“

Fish Huang und You Ya-ting, Partnerinnen aus Taiwan, und Kao Chih-wei und Nelson Chen, Partner aus Taiwan, werden auf der Seite der Schwusos SH porträtiert: Huang und You sind das erste lesbische Paar, das nach buddhistischem Ritual getraut wird, Chih-wei und Chen klagen auf Anerkennung ihrer Ehe.

Ryan Buell, offen bisexueller Schauspieler, gab bekannt, dass er an Bauchspeicheldrüsenkrebs erkrankt ist.

Jay Kallio, 56-jähriger amerikanischer Frau-zu-Mann-Transgender, wurde eine Behandlung seines Brustkrebses verweigert – die Ärzte wussten nicht, wie sie mit seiner Status als Transgender Person umgehen sollten und verheimlichten ihm darum das Ergebnis. Kallio erfuhr es zufällig. Ein Gericht verurteilte nun das diskriminierende Vorgehen.

In memoriam

Mark O’Donnell, mehrfach ausgezeichneter Bühnenautor (u.a. Co-Autor der Bühnenfassung von John Waters „Hairspray“), ist im Alter von 58 Jahren – vermutlich an Herzversagen – gestorben.

Coming-out

Karen Hultzer, Bogenschützin aus Kapstadt, sprach während der Olympiade über ihr Lesbischsein und ihre Vorbildfunktion.

Tammy Smith, amerikanische Soldatin, wurde in den Rang eines Brigadegenerals befördert – am selbsen Tag gab sie bekannt, dass sie lesbisch ist – und ist damit der erste offen homosexuelle, noch im aktiven Dienst stehende General (Generälin?) des US-Militärs.

Derek Mooney, irischer Radiomoderator, spricht jetzt über sein Schwulsein. Er war 2006 bereits geoutet worden, hatte dies damals aber nie kommentiert.

Nachrichten von den Olympischen Spielen

Das Pride House, temporärer Treffpunkt der schwulen und lesbischen SportlerInnen während der Spiele, wird vom IOC nicht unterstützt. Die „taz“  schreibt über das Pride House.

Das niederländische Hockey-Team der Frauen holte Gold – es ist das Team mit den meisten offen lesbischen Spielerinnen.

Matthew Mitcham, Kunstspringer, kam nicht ins Finale des Turmspringens – das erspart uns seine komplett bescheuerte Ankündigung, im Falle eines Sieges nackt springen wolle.

UnterstützerInnen

Dagmar Wöhrl, CSU-Bundestagsabgeordnete, und Josef Schmid, OB-Kandidat für München, gehören zu den wenigen ihrer Partei, die sich für die steuerliche Gleichstellung von Homo- und Hetero-Paaren einsetzen. Ja, ja, manchmal sind es sehr unerwartete Unterstützer … Hüstel.

Madonna, Sängerin, hat sich – wie angekündigt – bei ihrem Moskau-Konzert für LGBT-Belange ebenso wie für die Künstler-Gruppe Pussy Riot eingesetzt und sieht sich massiven verbalen Beleidigungen von russischen Politikern ausgesetzt.

Willem Dafoe, Schauspieler, ist im offiziellen Video-Clip zum Song „Cut the World“ von Antony and the Johnson zu sehen – neben Carice van Houten und einem kurzen Gastauftritt am Schluss von Künstlerin Marina Abramović. Das Video ist, auch wenn es wie die Musik eher elegisch ruhig daherkommt, nichts für zarte Gemüter! Es ist via YouTube zu sehen.

„Cut the World“ ist der Titelsong des neuen Albums von Antony – eine Art Best-of-Platte, für die alte Stücke neu, orchestral, eingespielt wurden. „Cut the World“ ist der einzig bislang unveröffentlichte Titel darauf – und ein Ergebnis von Antonys Mitarbeit an dem Stück „Life and Death of Marina Abramaovic“ (Regie: Robert Wilson). Nachfolgendes Video gibt einen Eindruck der Inszenierung, dafür ist der Sound etwas blechern …


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