Personalia der Woche: Welche ihr Coming-out hat und wer dick & schwul ist

In diesen Personalia betont eine Politikerin, wie wichtig Sichtbarkeit für die Durchsetzung von Rechten ist. In Georgien und auch in Russland wurden Demonstranten am Internationalen Tag gegen Homophobie für ihren Mut attackiert. Und auch in dieser Woche: Ein neues Comic von einer begnadeten Erzählerin/Zeichnerin, ein Coming-out und erfreuliche und hoffentlich ernst gemeinte Versprechen eines Reggae-Sängers und einer afrikanischen Präsidentin …

Alexander Lotz,GEW-Netzwerk Schwule Lehrer, hält „Schwule Sau“ für das leider immer noch beliebteste Schimpfwort auf deutschen Schulhöfen, aber „‚Spast‘ und ‚Opfer‘ holen auf“.

Gerwald Claus-Brunner, für die Berliner Piraten-Partei im Abgeordnetenhaus, hat keinen Bock auf Völklinger Kreis. Man mag gegen die bösen, bösen Kapitalisten sein, aber auf ihren Empfängen gibt es meist den besseren Sekt!

Manfred Bruns, in seiner Rede zur Verleihung des Rosa-Courage-Preises in Osnabrück: „Ich erhalte immer wieder Anfragen von Ratsuchenden, die mit „Liebes LSVD-Team“ überschrieben sind. Ich schreibe dann zurück: ‚Hier gibt es nur einen 77-jährigen Pensionär, der mühsam die Stellung hält.'“

Malkiel Rouven Marx, Mit-Inhaber des Friseursalons „Fame“ in der Motzstraße in Berlin-Schöneberg, wurde am Sonntagmorgen Opfer eines Raubüberfalls. „Ich fühle mich hier im schwulen Kiez im Moment nicht so sicher.“ wird er von „Siegessäule Online“ zitiert.

Jörg Steinert, LSVD Berlin-Brandenburg (nein, das ist nicht das Kürzel des unfertigen Flughafens, sondern steht für Lesben- und Schwulenverband), gibt sich kämpferisch-staatstragend: „Wir machen Bürgerrechtspolitik, wir wollen nicht das System sprengen, sondern den Menschen Möglichkeiten schaffen.“

Ulrike Lunacek, österreichische EU-Abgeordnete, hält „Sichtbarkeit für ein Signal, das anderen Mut gibt“. (und ganz elegant verlinke ich zu meinem Artikel fürs DAH-Blog)

Roger Habermann, genannt „Der Sanftmütige“, ist schwuler Schützenkönig in Sallahn (Kreis Lüchow-Dannenberg) und Guido Leffrang, genannt „Der Fröhliche“, ist Königsbegleiter.

Andreas Schneidewind, HuK (Homosexuelle und Kirche): „Es darf sich niemand erlauben, über meinen Glauben und mein Leben zu werten.“

Ansgar Dittmar, Chef der Schwusos, möchte, dass die Konservativen „endlich ihre sinnlose Blockadehaltung gegen Lesben und Schwule aufgeben“.

Alexander Vogt, Bundesvorsitzender vom konservativen Gegenpart LSU, kritisiert die konservative Blockadehaltung Wolfgang Schäubles: „Die noch bestehenden Diskriminierungen durch den Gesetzgeber nicht nur im Steuerrecht lösen mehr Erstaunen in der Bevölkerung aus als die zeitgemäße Gleichstellung.“

Stephin Merrit, Sänger von Magnetic Fields, ist „kurz, dick, bärtig, schwul“.

Alison Bechdel, Comic-Zeichnerin, hat ihr neues Comic „Are You My Mother?“ (Detail oben) veröffentlicht. Die Betrachtung des schwierigen Verhältnisses Mutter-(lesbische)Tocher beschreibt der „New Yorker“ mit einem Flaubert-Zitat als „lucid comic anguish“ (etwa: „erhellende erheiternde Pein“).

Chris Hughes, Facebook-Mitgründer, und Partner Sean Eldrigde, spenden der Kampagne für gleichgeschlechtliche Ehe in Maine, USA 100.000 Dollar.

Federico Carcia Lorca, spanischer Dichter, der unter Diktator Franco ermordet wurde,  beendete seinen (jetzt entdeckten) letzten Liebesbrief an Juan Ramírez de Lucas mit „Mit Liebe von dieser Pausbacke, die Dich so sehr mag“.

20 Schwule und Lesben in Tiflis, Georgien, wurden von „christlichen“ Fundamentalisten attackiert.

100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines Flashmobs in St. Petersburg, Russland, wurden von Nazis mit Gaspistolen beschossen.

Coming-out

Joanna Johnson, Schauspielerin (TV-Soap „Bold and the Beautiful“), hat mit 50 Jahren ihr Coming-out. Sie ist mit einer Frau verheiratet und hat zwei Kinder. Willkommen in der Familie!

UnterstützerInnen

Donna Summer, Sängerin, ist im Alter von 63 Jahren an Krebs gestorben.

Mariela Castro, Tochter des kubanischen Diktators Fidel Castro, hat den CSD in Havanna hinter sich und erhält ein Visa, um LGBT-Konferenzen in den USA zu besuchen.

Jan-Marco Luczak, Berliner CDU-Abgeordnete, kritisiert Finanzminister Wolfgang Schäuble für dessen „gleichheitswidrige Benachteiligung“ von gleichgeschlechtlichen Paaren im Steuerrecht.

Jay-Z, Rapper, spricht sich für das Recht auf gleichgeschlechtliche Ehe aus.

Richard Branson, Virgin-Gründer, hat dies schon öfter getan und tut es nochmals für die Kampagne „Out4Marriage“ (YouTube-Video)

Bernd Schmidt, Intendant des Friedrichstadt-Palastes, wird stellertretend für sein Haus von den Organisatoren des CSD Berlin mit dem Zivilcourage-Preis ausgezeichnet.

Vielleicht nicht gerade Unterstützer, aber erfreulich und deswegen hier erwähnt:

Joyce Banda, neue Präsidentin Malawis, verspricht, die Situation von Schwulen und Lesben in ihrem Land zu verbessern und das gesetzliche Verbot von Homosexualität aufzuheben.

Beenie Man, Reggae-Sänger aus Jamaika, wünscht Schwulen und Lesben nicht mehr den Tod. Er bittet, ihm die Texte, die er vor 20 Jahren verfasst habe, nicht mehr nachzutragen. (Video via YouTube)


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