Der Woof zum Samstag – Die Höhle von Chauvet

Mal ein etwas anderer Woof – sozusagen einer aus der Vergangenheit. 1994 wurde nahe Vallon-Pont-d’Arc im Flusstal der Ardèche in Frankreich eine Höhle (benannt nach Jean-Marie Chauvet, einem der drei Entdecker) mit den vermutlich ältesten Höhlenmalereien der Welt entdeckt.
Die Darstellung sind ca. 32.000 Jahre alt; es sind überwiegend Tierdarstellungen, aber auch Mischwesen Tier-Mensch und Sexualsymbole. Höhlenbären – eine ausgestorbene Bärenart – sind ebenfalls auf den Wänden verewigt – sowohl als Malerei als auch durch Knochen und Kratzspuren an den Wänden. Oben abgebildet ist eine mit „Roter Bär“ benannte Abbildung. Geheimnisvolles findet sich in einer Kammer im nördlichen Teil der Höhle, wo ein Bärenschädel absichtlich auf einem Stein platziert wurde (und zum Höhleneingang weist).

Und das hier sieht uns schwer nach Bärentatze aus …

Das Bild stammt aus dem Film bzw. der DVD zum Film „Die Höhle der vergessenen Träume“. Die Chauvet-Höhle ist der Öffentlichkeit nicht zugänglich und wird es wohl auch aus konservatorischen Gründen niemals sein. Als einer der wenigen Nicht-Wissenschaftler durfte Werner Herzog für kurze Zeit in der Höhle filmen. So ist „Die Höhle der vergessenen Träume“ ein gutes Dokument, um einen Eindruck von der wunderbaren Kunst unserer Vorfahren zu erhalten.

Dabei kann Herzog mit seinen esoterischen Deutungsversuchen mitunter ebenso nerven wie die furchtbare Musik. Selbst an der Stelle, wo es heißt, alle in der Höhle Versammelten würden schweigen, um so in der totalen Stille der Höhlenwelt letztlich den eigenen Herzschlag zu hören, wird im Film nicht nur ein Herzschlag eingespielt, es heben sogleich auch die Geigen und Flöten an. Dem Filmzuschauer mochte man also nicht einige Minuten ohne Ton zumuten. Andererseits erzeugen die Handkamera-Bilder mit der spärlichen Beleuchtung eine besondere Anmutung, zumal durch das Schattenspiel.
Mittlerweile fast zur Ikone der Chauvet-Höhle geworden ist die Darstellung einer Pferde-/Tierschar. Besser als auf dem Foto wird im Film sichtbar, wie durch Überlagerungen und durch eine der Oberfläche des Gesteins folgende Malkunst eine naturalistische, fast räumliche Darstellung erzeugt wird.

Zuletzt zur in unseren Zeiten so populären Frage nach dem Urheberrecht. Zumindest einer der Künstler hat sich mit roten Handabdrücken verewigt.

Einen Gesamteindruck der Höhle gewinnt man auf der offiziellen Internetseite der Grotte Chauvet. Über den Menü-Punkt „Visit the Cave“ kommt man zu einem Plan, wo welche Darstellungen und Zeugnisse gefunden wurden.
Werner Herzogs Film ist mittlerweile als DVD erhältlich, mehr Infos auf der offiziellen Internetseite zum Film. Trailer u.a. via YouTube.

2 Responses to “Der Woof zum Samstag – Die Höhle von Chauvet”


  1. 1 Dwight Mai 5, 2012 um 5:15 pm

    WOW. Ich wusste nicht, dass wir ‚Bären‘ seit so langer Zeit schon haben! LOL.
    Ja, an den Höhlenwänden der scheinen die Herde von Pferden eigentlich zu galoppieren.
    Ich mag das weltweit erste Urheberrecht. ; -) *sigh* Sie hatten anscheinend Probleme damit sogar in diesen vergessenen Zeiten.

  2. 2 RH Mai 5, 2012 um 6:31 pm

    Perfect, Dwight, History AND German lesson learned well!!! 😉


Comments are currently closed.



Das Buch zum Blog

Archiv

Kreuz-und-queer-Blog