Personalia der Woche: Wer sich von schwuler Fan-Fiction geschmeichelt fühlt und wer sein persönliches Hoch hat (umfragetechnisch)

In der neuen, globalen Tourismus-Werbung der USA singt Rosanne Cash vom „Land der Träume“ – und in den Traumbildern des Videos erhascht man sogar für eine Sekunde ein Männerpärchen. Es geht voran mit der Gleichberechtigung!  Nicht überall im gleichen Tempo, deswegen gibt es in diesen Personalia einen Spendenaufruf für eine Aktion in St. Petersburg. Und danach fürs Wohlfühlen den Touri-Clip …

Peter Kern, österreichischer Schauspieler, soll nicht in die Jury des Heine-Preises der Stadt Düsseldorf – ein Schauspieler „sei nicht die richtige Wahl“ für einen Literaturpreis, findet CDU-Oberbürgermeister Elbers.

Guido Westerwelle, Außenminister, erreicht im ARD-Deutschlandtrend 35% Zustimmung – seinen besten Wert – sein „persönliches Hoch“, wie die „Welt“ es formuliert – seit zwei Jahren. FDP-Kollege Rösler ist jetzt am unbeliebtesten.

Klaus Wowereit, Nicht-Regierender Bürgermeister Berlins, würdigt Verleger Axel Springer zu dessen 100. Geburtstag als „großen Berliner“. Es ist immer wieder schön, dass Schwule nie nachnachtragend sind.

Manfred Bruns, Aktivist, erhält für sein Engagement den Rosa-Courage-Preis in Osnabrück.

Kai Kundrath, 31-jähriger Soziologe, ist Nachfolger von Guido Vael als Leiter des Präventionsprojektes des Münchner Zentrums SUB.

Uwe Hagenberg, 56-jähriger Personaler im Vorstand des SUB, ist früher „auch mal in Lederkneipen gegangen“. Das ist sympathisch.

Und nach zwei Personalia aus dem SUB München, der Hinweis: Ich lese aus „Immer wieder samstags“ am 3. Juni 2012 im SUB!!!

Manuel Hase, neuer Vorsitzender der NRW-LSU, im Interview mit „queer.de“: „Es gibt nicht diese Lagerbildung, wie uns oft vorgehalten wird – also dass sich SPD, Grüne und FDP für Homosexuelle, Transsexuelle und Bisexuelle einsetzen, aber nicht die CDU.“

Michael Knust, Lehrer aus Bremen, will nicht Rektor der Grundschule in Rechterfeld, Landkreis Vechta, werden, weil in dem Ort niemand, aber auch wirklich gar niemand was gegen Schwule gehabt haben will (NDR-Bericht).

„St. Sebastianus und Afra“ soll Kölns 1. schwul-lesbische Schützenbruderschaft werden.

Boy George, Musiker, engagiert sich im Kampf gegen Russlands LGBT-feindlichen Gesetze.

Nikolai Aleksejew, Menschenrechtsaktivist, ist zu einer Strafe von 5.000 Rubel (130 Euro) verurteilt worden, weil er ein Plakat mit der Aufschrift, Homosexualität sei keine Perversion, hochgehalten hat.

Peter Tschaikowsky, Komponist (Abbildung), Rudolf Nurejew, Tänzer, und Marina Zwetajewa, Dichterin, sind mit zugeklebten Mündern auf einer Plakatkampagne der LGBT-Organisation „Coming-out“ zu sehen, mit der auf die homophobe Gesetzgebung in St. Petersburg aufmerksam gemacht werden soll. Die deutsche Hirschfeld-Eddy-Stiftung des LSVD ruft zu Spenden für diese Aktion auf und verspricht, dass diese 1:1 an „Coming-out“ transferiert werden.

Scott Thorson, einst Liebling von Liberace, will auch eine Affäre mit Michael Jackson gehabt haben. Das fällt ihm aber spät ein!

Richard Grenell, zum – wie berichtet – Sprecher des republikanischen Präsidentschaftskandidaten Mitt Romney avanciert, tritt nach zwei Wochen wieder zurück – wegen angeblicher Anfeindungen aus seiner Partei aufgrund seiner Homosexualität. Romney selbst bedauerte dies und sagte, er würde Menschen wegen ihren Fähigkeiten auswählen und nicht danach, welche sexuelle Orientierung sie hätten.

Northstar, Mutant im Marvel-Comic-Universum, darf – wie bereits berichtet – seinen Freund Kyle heiraten. Die Ankündigung jagt bereits jetzt die Verkäufte der Serie „Astonishing X-Men“ in die Höhe.

Coming-out

Zach Wyatt, republikanischer Politiker im Abgeordnetenhaus von Missouri, hat sich als schwul geoutet, um gegen eine Gesetzesvorlage eines seiner Parteikollegen zu protestieren, die die Thematisierung von Homosexualität an Schulen verbieten will.

In memoriam

Ihsane Jarfi, 32-jähriger aus Lüttich, ist erschlagen auf einem Feld gefunden worden. Mehrere Tatverdächtige sind in Haft, es ist unklar, ob Homophobie ein Motiv für das Verbrechen war.

Charlotte von Mahlsdorf, Transvestit und Gründer des Gründerzeitmuseums, verstarb am 30. April vor 10 Jahren. Ihr „guter Geist“ dient dem Förderverein, um heute gegen Nazis zu protestieren!

UnterstützerInnen

Lukas Steltner, Schauspieler („Stadt Land Fluss“), hat auf dem schwul-lesbischen Filmfestival in Moskau, das unter Polizeischutz stattfinden musste, die schwulenfeindliche Gesetze in Städten wie St. Petersburg kritisiert.

Lloyd Blankfein, Chef von Goldman-Sachs, stößt mit seinem Engagement für die Rechte Homosexueller auf Kritik bei manchen Kunden des Bankhauses.

Benedict Cumberbatch, Schauspieler in der britischen „Sherlock Holmes“-Serie, fühlt sich auch von schwuler Fan-Fiction geschmeichelt.

Video der Woche

Rosanne Cash, Sängerin, liefert mit „Land of Dreams“ den Song zur neuen, weltweiten Kampagne der US-Tourismusbranche. Und genau eine Sekunde lang kann man – so bei 1:15 / 1:16 auch ein Männerpärchen entdecken! Wir persönlich hätten uns aber auch für den netten Herrn am Zaun auf grüner Wiese interessiert, der – kurz bevor das Männerpärchen ins Bild kommt – unser Beuteraster aktivierte, aber da muss ja eine blonde Frau ins Bild laufen!

Falls eingebetteter Video nicht angezeigt wird, direkt bei YouTube versuchen.


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