Obama nennt Schwule als Opfergruppe in Rede zum Holocaust-Gedenktag

In einer Rede im Holocaust Memorial Museum  in Washington, D.C. hat US-Präsident Barack Obama am Montag den Opfern des Holocaust gedacht und gemahnt, dass sich dieses Verbrechen nie wiederholen dürfe. Anlass war der 67. Jahrestag der Befreiung der Konzentrationslager. „Wir müssen unseren Kindern von einem in der Geschichte der Menschheit einmaligen Verbrechen berichten – den Holocaust: 6 Millionen unschuldige Menschen – Männer, Frauen, Kinder, Säuglinge – wurden umgebracht, nur weil sie anders, weil sie Juden waren. Wir werden unseren Kindern berichten von den Millionen von Polen, von Katholiken, von Roma und homosexuellen Menschen und den vielen anderen, die nicht vergessen werden dürfen.“ Weiter sagte Obama:
„Wir sollten unseren Kindern nicht nur erzählen, wie sie starben, sondern auch, wie sie lebten – Väter, Mütter, Söhne, Töchter, Brüder und Schwestern, die liebten, die hofften und Träume hatten – so wie wir.“
Vor seiner Rede war Obama von dem Friedensnobelpreisträger und Holocaust-Überlebenden Elie Wiesel und Direktorin Sara Bloomfield durch das Museum geführt worden. Er sprach dann vor etwa 250 Gästen – vorallem Überlebenden des Holocaust und Vertretern der jüdischen Gemeinde. Unklar ist, laut dem Magazin „Washington Blade“, ob Vertreter von LGBT-Organisationen anwesend waren.
Die Internetseite des Holocaust Memorial Museums informiert auch über die Verfolgung von schwulen Männern durch die Nazis. 100.000 wurden verhaftet, etwa 50.000 zu Gefängnis verurteilt. 10.000-15.000 Männer wurden in Konzentrationslager gebracht. Man nimmt an, dass die Hälfte in den Lagern ermordet wurden. Lesben waren in der Nazi-Zeit keiner offiziellen staatlichen Verfolgung ausgesetzt, gleichwohl hatten die Nazis auch lesbische Infrastrukturen (Bars, Magazine etc.) zerstört, mussten Lesben ihre Sexualität verheimlichen.

Nachfolgend via YouTube die Rede des US-Präsidenten, die oben zitierte Stelle, die Homosexuelle erwähnt, ist etwa bei 14:30 Minuten.

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