Gedenktafel für homosexuelle Häftlinge im ehem. KZ Ravensbrück eingeweiht

Bei der Gedenkveranstaltung zur Befreiung des Konzentrationslagers vor 67 Jahren ist in Ravensbrück eine Gedenktafel für die inhaftierten homosexuellen Männer eingeweiht worden.
Während der Nazi-Zeit waren im KZ Ravensbrück etwa 132.000 Frauen und 20.000 Männer inhaftiert. Zehntausende wurden ermordet. Aufgrund des §175 waren 146 Männer eingeliefert worden, für weitere 22 Männer konnte nachgewiesen werden, dass auch sie aufgrund ihrer Homosexualität verhaftet worden waren. Die ersten schwulen Männer wurden im April 1941 ins Lager gebracht. Homosexuelle Häftlinge machten 0,8% aller im Männerlager Ravensbrück Internierten aus. (Zahlen nach Günter Grau: Lexikon zur Homosexuellenverfolgung) Das Lager war 1945 von Soldaten der Roten Armee befreit worden.
Für eine Erinnerung an die schwulen Lagerinsassen hatte sich UM-Queer, der Verein von Schwulen und Lesben in der Uckermark, stark gemacht und auch Spendengelder gesammelt. Bei der heutigen Gedenkfeier wurden in der Gedenkstätte auch Gedenktafeln für die inhaftierten Zeugen Jehovas sowie für die Französin Marie-Claude Vaillant-Couturier eingeweiht. Eine Gedenktafel für die lesbischen Häftlinge ist geplant, muss aber diverse „Hürden“ überwinden („taz“ 28.2.2012).

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