„Eine Tucke passt da nichts ins Bild!“ Blogger Steven Milverton kritisiert LSVD-Kritik

Der Blogger Steven Milverton hat dem LSVD vorgeworfen, mit seiner Kritik an einem Aufklärungs-Spot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung letztlich ein konservatives Bild des „Normschwulen“ durchsetzen zu wollen, das tuntige Männer ausschließe. Ein Video-Clip der BzgA war von dem Lesben- und Schwulenverband mit nebulösem Verweis auf „wachsende Kritik in der schwulen Community“ als „klischeehaft“ kritisiert worden. Zu sehen ist  ein vor dunklem Hintergrund stehender junger Mann, der in einem Monolog seinen Anspruch auf ein selbstgestaltetes Leben behauptet. Der Mann fuchtelt einerseits extrovertiert mit Armen und Händen, zugleich deuten eng an den Körper gepresste Arme und die Schultern eher eine introvertierte Haltung an. Er ist mit dunkler Hose und mit einem T-Shirt mit weitem Rundausschnitt bekleidet.
Das Spiel mit Klischees, hatte der LSVD moniert, könne ein guter Ansatz zur Antidiskriminierungsarbeit im Bereich Homophobie sein. „Es verlangt allerdings Fingerspitzengefühl, damit Klischees wirklich bearbeitet und nicht nur bedient werden. Das scheint uns in diesem Video nicht erfolgt zu sein.“
Steven Milverton übersetzt dies im Artikel „Nicht normgerecht!“ auf seinem Blog so: „Hinter dieser gewundenen Wendung steckt wohl, dass Sven zu tuckig daherkommt.“ Er kritisiert, dass der LSVD das Bild eines unauffälligen Schwulen propagiere, der die Gründung einer Familie für sein Lebensziel halte. Eine Tucke passe da nicht ins Bild. Vorbilder seien „graue Mäuse“ wie Klaus Wowereit und Volker Beck. „Zum Spektrum schwulen Lebens gehört aber mehr als der dem Heteromann nachempfundene Schwule.“
Milverton erinnert daran, dass „es nicht unauffällige schwule Männer [waren], die verfolgt wurden, sondern die irgendwie Auffälligen. Und es waren die Tunten und Tucken, die auf die Barrikaden gingen und kämpften – und zwar an vorderster Front, nicht in irgendwelchen Parlamenten und Büros“.
Der LSVD missbrauche „mit seinem normativen Anspruch“ seine Alleinstellung als Interessensvertretung von Homosexuellen.
Links:
Die ausführliche Kritik „Nicht normgerecht! Wie schwule Männer nach Ansicht des LSVD nicht sein dürfen“ bei „Steven Milverton“ (dort auch Link zur LSVD-Kritik)


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