Evangelische Kirche Bayerns beschließt Pfarrdienstrecht, das Wohnrecht für verpartnerte Pfarrer regelt

Im Zuge einer Vereinheitlichung des Pfarrdienstrechts für alle 22 Landeskirchen der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) hat nun auch die Kirche Bayerns einer Neuordnung zugestimmt, die das Wohnrecht von homosexuellen, verpartnerten Pfarrern und Pfarrerinnen regelt. Auf der Frühjahrstagung der Landessynode in Augsburg ein Ausführungsgesetz, das zum 1. Juli in Kraft treten soll. „Dem Beschluss nach dürfen Pfarrerinnen und Pfarrer gemeinsam im Pfarrhaus einer Gemeinde wohnen, wenn   sie in einer eingetragenen Lebensgemeinschaft leben und wenn Kirchenvorstand, Dekan, Regionalbischof und Landeskirchenrat einmütig dem Zusammenleben zustimmen“, heißt es auf der Internetseite der ev.-luth. Kirche Bayerns. Konkret gebe es derzeit sechs schwule bzw. lesbische Paare, für die diese Regelung von Bedeutung ist.
Ganz neu ist die jetzige Regelung nicht, auch bisher konnten in Bayern homosexuelle Pfarrer mit Partner im Pfarrhaus leben. Nun allerdings ist die Regelung offiziell.
In seiner Einbrinungsrede zum neuen Recht ging Oberkirchenrat Helmut Völkel auf das immer wieder vorgebrachte Argument ein, mit einem Homo-Paar im Pfarrhaus werde der – ebenfalls im Gesetz formulierte – „Leitbildcharakter von Ehe und Familie“ bedroht:
„Wer eine Eingetragene Lebenspartnerschaft eingegangen ist, hat zweifellos für sich eine Lebensform gefunden, die schon weitgehend akzeptiert ist, insofern sie die auch für die Ehe geltenden Kriterien der Verbindlichkeit, Verlässlichkeit und der gegenseitigen Verantwortung aufweist. Diese Wahl, die jeder für sich persönlich getroffen hat, muss sich nicht verstecken. Eine solche Entscheidung darf aber bei anderen nicht so ankommen, dass die prinzipielle Vorordnung der Ehe in Frage gestellt wird.“
Beispiele für das „so ankommen“ sind die Landeskirchen von Baden oder Sachsen. Da will man das Alleinstellungsmerkmal einer priviligierten und als höherwertig betrachteten Ehe von Mann und Frau gewahrt wissen. Schön aber, dass wenigstens in Bayern die Homo-Pfarrer ein Dach überm Kopf kriegen können – man weiß ja nie, wann der Himmel herabfällt.

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