Erlegt! Schützenvereine verbieten schwule Schützenkönigspaare

Wie erwartet, hat die Bundesvertreterversammlung des Bundes der Historischen Deutschen Schützen-bruderschaften in Leverkusen am Sonntagnachmittag einen Beschluss gefasst, der es künftig verbietet, dass schwule Schützenkönige mit ihrem Partner zusammen als Paar den Bund bei repräsentativen Auftritten vertreten dürfen. Begründet wurde der Antrag, der Schwule als Menschen zweiter Klasse aussondert, mit den Werte und Traditionen des christlichen Glaubens. Ralf Heinrichs, Sprecher des Bundes, war am Dienstag von den „Westfälischen Nachrichten“ mit der Aussage zitiert worden, „das Sakrament der Ehe habe dabei eine wesentliche tiefere Bedeutung als jede andere Lebenspartnerschaft“.
Lediglich 28 Delegierte stimmten gegen diese Bestimmung, 18 enthielten sich – die große Mehrheit von 450 unterstützte die Diskriminierung von homosexuellen Paaren. In dem Beschluss heißt es, weiterhin sei eine Mitgliedschaft von Homosexuellen in dem katholischen Bund möglich. Laut „Welt“ wurde der Antrag dahingehend erweitert, dass dem Partner eines schwulen Schützenkönigs erlaubt sein soll, „in der zweiten Reihe hinterher zu gehen. Auch eine Frau an der Seite des Schützenkönigs ist nicht mehr zwingend.“ Zuerst sollte eine Frau an der Seite Pflicht sei.
Im Vorfeld hatte Christine Lüders, Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes noch von einem „Signal der Intoleranz“ gesprochen. Es sei fraglich, so Lüders laut „SZ“, „ob die geplante Satzungsänderung überhaupt mit dem Diskriminierungsverbot wegen sexueller Identität in Einklang zu bringen sei. UPDATE 12.3.: ADS prüft auf Verstoß gegen AGG
Nun, der PR-Coup fundamentalistisch scharf schießender Katholiken hat zunächst funktioniert: Die Apartheid ist nun Teil der Politik der Schützenvereine. Höchste Zeit, diese Menschen zu entwaffnen.

3 Responses to “Erlegt! Schützenvereine verbieten schwule Schützenkönigspaare”


  1. 1 Hans-Georg März 11, 2012 um 6:49 pm

    Das ist Diskriminierung hoch 3! Ich hoffe, dass es gelingt, dieses Votum als ungültig erklären zu lassen!

  2. 2 RH März 11, 2012 um 7:01 pm

    Es ist eine Unverschämtheit! Besonders erschreckend finde ich die große Mehrheit, die sich dieser reaktionären Gesinnung von Apartheid und Diskriminierung angeschlossen hat. Nur 28 Gegenstimmung. Da steht es schlimm um demokratische Haltung bestellt!

  3. 3 fink März 11, 2012 um 7:02 pm

    von mir aus. dann sollen aber unverheiratete, gemischtrelgiöse und erst recht wiederverheiratete paare konsequenterweise auch verboten werden. aber nö, man pickt sich halt gerne mal diejenigen „heiligen“ traditionen heraus, die einem gerade in den kram passen.


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