„Falsche Männlichkeit“ Metal-Sänger Greg Puciato kritisiert Homophobie

Greg Puciato, Sänger der Band The Dillinger Escape Plan, hat die Homophobie in der Metal-Szene kritisiert. Die Ursachen sieht er in einer falsch verstandenen Form der Männlichkeit und einem Mangel an Bildung und Kultur. Es sei kein Zufall, dass Homophobie ausgerechnet in der Country-Musik, dem Hip Hop und der Metal-Musik besonders stark vertreten sei. „Das Problem ist die Unsicherheit hinsichtlich der eigenen Männlichkeit. Mit Testosteron aufgeladene Musik zu hören und den harten Kerl rauszuhängen,
erlaubt es Leuten, die dieses Problem haben, in einem konstruierten „Männeranzug“ zu leben; so können sie besser mit der Verwirrung hinsichtlich ihrer geschlechtlichen und sexuellen Orientierung zurechtkommen. Damit verbergen sie die Tatsache, dass sie wahrscheinlich eine Therapie brauchen, um zu klären, was bei ihnen im Übergang vom Jugendlichen zum erwachsenen Mann schiefgelaufen ist.“
Greg Puciato antwortet auf seiner Internetseite auf eine Anfrage eines schwulen Metal-Fans nach den Gründen für Homophobie. Dabei nennt er das Verständnis von Homosexualität eines der wichtigsten menschlichen Themen unserer Zeit und geißelt scharf die Intoleranz der christlichen Religion. Er sei sich bewusst, dass ein Großteil der Fans im Country, Hip Hop und Metal-Bereich aus Schichten mit geringem Einkommen, beschränktem Zugang zu qualifizierter Bildung und ohne Möglichkeit zu reisen oder mit anderen Kulturen in Kontakt zu kommen.
Und ein Versprechen gibt er auch ab: „Sollten wir jemals ein Konzert geben und ich das Gefühl haben, dass die Mehrheit im Publikum homophob ist, werde ich ein T-Shirt tragen, dass einen Mann zeigt, wie er einem anderen den Schwanz lutscht.“
Das wäre sicher ein hübscher Anblick, wir wünschen uns natürlich, dass das gar nicht nötig sein wird! Die Stellungnahme von Greg Puciato steht in einem thematischen Zusammenhang mit einer Äußerung des Megadeth-Sängers Dave Mustaine, der sich kürzlich in einem Interview gegen die gleichgeschlechtliche Ehe ausgesprochen hatte, weil er selbst nicht schwul und zudem Christ sei.

Foto: Emil Goldberg

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1 Response to “„Falsche Männlichkeit“ Metal-Sänger Greg Puciato kritisiert Homophobie”


  1. 1 Hermann Conzen Februar 28, 2012 um 5:37 pm

    Das ist offen, richtig und gut rübergebracht. ein lesenswerter Beitrag zum Abbau der Vorueteile gegen schwule und lesbischen Mitmenschen.
    Das hat mir gut gefallen


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