LSU gegen Sonderabgabe für Kinderlose

Dem Bundesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) missfällt ein Vorschlag ihres Parteigenossen Marko Wanderwitz. Der, verheiratet und drei Kinder, hatte als Führer der „jungen Gruppe“ der CDU-Bundestagsfraktion eine  Sonderabgabe für Kinderlose gefordert. Weil das nicht schön klingt, heißt die Idee „solidarische Demografie-Rücklage“. LSU-Bundesvorsitzender Alexander Vogt dagegen hält nichts davon, wenn die Folgen des demografischen Wandels „einseitig zu Lasten der Kinderlosen“ gehen. Eine „Last“, die auch Homosexuelle beträfe. In einer Pressemitteilung heißt es:
„Zumal diese Abgabe für Paare, die aus gesundheitlichen Gründen keine Kinder bekommen können, sogar eine doppelte Bestrafung darstellt. Gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften würden allein schon deswegen zur Abgabe gezwungen werden, weil sie nach derzeitiger Rechtslage keine Kinder adoptieren dürfen.“
Mit seiner Position sieht sich der LSU auf der Seite von Familienministerin Kristina Schröder, die es für vernünftiger hält, „Kinderwünsche zu befördern statt Kinderlosigkeit zu bestrafen“.
Wahrscheinlich weiß man beim LSU aber auch genau, wer da den Vorschlag einer Sonderabgabe für Kinderlose aufs Tablett gebracht hat. Der CDU-Bundestagsabgeordnete Marko Wanderwitz gehört mit zu denen, die schwulen und lesbischen Paaren das Recht auf Adoption absprechen. Das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare sei „dem Kindeswohl nicht zuträglich“, wusste er zu verkünden, als 2010 ein Gutachten des Bundestag genau ein solches Verbot als verfassungswidrig bezeichnete.

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