Ritter & Paraden – Die schwulen Filme der Berlinale 2012

62. Internationale Filmfestspiele in Berlin – mit fast 50 Filmen (Spielfilme, Kurzfilme, Dokus) im Programm, die sich mit schwulen und lesbischen Themen beschäftigen, Fragen zu Gender und Identität stellen, Geschichten vom „anderen“ Leben erzählen. Nachfolgend eine Auswahl der schwulen Spielfilme, die im Vorfeld mein Interesse weckten:

SLEEPLESS KNIGHTS

Film hat mit Gefühlen und Stimmungen zu tun. Und so gebe ich unumwunden zu, dass die Beschreibungen zum Film „Sleepless Knights“ (Schlaflose Ritter) richtig Sehnsucht in mir geweckt hat. Das Langfilm-Debüt der Regisseure Stefan Butzmühlen und Cristina Diz wurde „mit Laien in der kaum aus Filmen bekannten Landschaft der spanischen Extremadura“ gedreht. Eine Liebesgeschichte zwischen dem aus Madrid zurückgekehrten Carlos und dem jungen Polizisten Juan; „eine Beziehung zwischen Landflucht und Jugendarbeitslosigkeit, verkrusteten Ritualen und nationaler Krise in einer Landschaft, die nicht mehr von dieser Welt zu sein scheint“.
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Trailer haben wir leider nicht gefunden.

PARADA

Man darf Schräges erwarten: Mirko und Radmilo sind ein schwules Paar in Serbien. Mirko organisiert eine CSD-Parade. Nazis planen, diese zu stören und die Teilnehmer zu attackieren. Derweil soll Radmilo eine Hochzeit ausgerechnet für Lemon, einen serbischen Kriegsveteranen arrangieren. Der Deal: Perfekte Hetero-Hochzeit gegen Schutz für die CSD-Parade in Belgrad. Der Showdown ist damit vorprgrammiert.
Internetseite zum Film (englisch)
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KEEP THE LIGHTS ON

Einen „“ehrlichen Blick auf Beziehungen in heutiger Zeit“ verspricht der englische Pressetext und preist einen Film über „Sex, Freundschaft, Intimität und Liebe“. Weit mehr aber als die Geschichte einer sich entwickelnden Liebe und Beziehung zwischem Eric, einem Filmemacher, und Paul, einem Rechtsanwalt ist „Keep the Lights On“ auch ein Porträt über das Leben in New York und eine Hommage an den Fotografen und Filmer Avery Willard.
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http://vimeo.com/34615933


WESTERLAND

Noch ein Liebesfilm, noch ein Debüt, dieses Mal von Regisseur Tim Staffel. Kulisse: Sylt im Winter!! Just als Jesús sich das Leben nehmen will, trifft er Cem, der gerade beim Ordnungsamt der Insel jobbt. Zwei unterschiedliche Menschen treffen aufeinander, entdecken sich, enwtwickeln eine Beziehung und müssen doch erkennen, dass am Ende doch nie zwei Menschen dasselbe wollen.
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MY BROTHER THE DEVIL

Zwei arabische Brüder im tristen Londoner Stadtteil Hackney. Der 14-jährige Mo entdeckt, dass sein von ihm verehrter älterer Bruder Rashid schwul ist. Schon bald erfährt allerdings auch die kriminelle Gang, deren Mitglied Rashid ist, von dessen Homosexualität und will ihn umbringen. Dazwischen Mo mit seiner Abneigung gegen Schwule und der Liebe zu seinem Bruder.
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Trailer haben wir leider nicht gefunden, allerdings ein Interview mit Regisseurin Sally El Hosaini und dem Schauspieler James Floyd während des Sundance-Festivals 2012 (wo der Film mit einem Preis für die Beste Kamera ausgezeichnet wurde) via YouTube.


GLAUBE LIEBE TOD

Der neue Film des österreichischen Schauspielers & Regisseurs Peter Kern hat seine Weltpremiere auf der Berlinale. Die Hausbootfahrt einer 82-jährigen Mutter und ihres behinderten schwulen Sohns offenbart den „kleinen persönlichen Terror des Alltags“ und eskaliert, als ein „blinder Passagier“ entdeckt wird.
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Trailer haben wir leider nicht gefunden.

LEAVE IT ON THE FLOOR

Als Brads Mutter herausfindet, dass er schwul ist, wirft sie ihren 22-jährigen Sohn aus dem Haus. In Downtown Los Angeles findet er Anschluss an die Ballroom-Szene mit ihren Wahlfamilien aus Drag Kings & Queens, Freaks und Ausgestoßenen. Eine (Musical-)Version des Doku-Klassikers „Paris Is Burning“ von 1990, der die immer noch existierende Ball-Kultur und ihr (höchst ambivalentes) Konzept von Wahlfamilie, Männlichkeit und Konsumverherrlichung / Konsumkritik erneut beleuchtet.
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Eine S.i.e.g.T.-Übersicht wichtiger schwul-lesbischer Dokus gibt es hier. Eine Liste aller Filme, die in der Auswahl für den schwul-lesbischen Filmpreis sind, gibt es auf der Internetseite des Teddy Awards.  Die Gala, auf der zum 26. Mal der schwul-lesbische Fimpreis in den Kategorien Bester Spielfilm, Beste Doku, Bester Kurzfilm vergeben wird, findet am 17. Februar 2012 statt.


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