Kampf & Comics – Die schwul-lesbischen Doku-Filme der Berlinale 2012

Die 62. Internationalen Filmfestspiele in Berlin starten am 9. Februar 2012 – und wenn wir richtig gezählt haben, finden sich fast 50 Filme – Spielfilme, Kurzfilme, Dokus – im Programm, die sich mit schwulen und lesbischen Themen beschäftigen, Fragen zu Gender und Identität stellen, Geschichten vom „anderen“ Leben erzählen und/oder vom Kampf um gleiche Rechte. Nachfolgend eine Übersicht der wichtigsten LGBT-Doku-Filme:

♦ Audre Lorde. The Berlin Years 1984-1992
In den achtziger Jahren hatte Audre Lorde, „Lesbe, Feministin, Schwarze, Dichterin, Mutter, Kämpferin“, eine Gastprofessur an der FU Berlin. Weggefährtinnen berichten über den Einfluss und die Bedeutung der Afroamerikanerin.
Internetseite der Regisseurin Dagmar Schultz
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Call Me Kuchu
Doku über den ermordeten David Kato, Ugandas bekanntester Aktivist für die Rechte von Schwulen und Lesben in einem Land, das immer noch plant, die Todesstrafe für Homosexuelle einzuführen.
Internetseite zum Film
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♦ König des Comics
Rosa von Praunheims Film über den Comiczeichner Ralf König. Ein Selbstläufer – da muss man nix mehr erklären (Schade eigentlich)
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Detlef
Ein Film, von dem man nur hoffen kann, dass er nicht so moralinsauer denunzierend wie der erste Satz seines Pressetextes ist. „Es gab eine Zeit, in der die Regenbogenfahne mehr war als ein Lifestyle-Versprechen.“ Detlef Stoffel hat in den siebziger Jahren für die Rechte von Homosexuellen gekämpft und es bis zum Aufsichtsrat eines Bio-Supermarktes gebracht – das Porträt eines heute 60-jährigen Aktivisten! Journalist Elmar Kraushaar empfiehlt diesen „beunruhigenden, schönen Film“ (taz).
Internetseite von Detlef Stoffel
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♦ Unter Männern – Schwul in der DDR
Ein Porträt von sechs Männern, die in der DDR aufgewachsen sind und erzählen, wie es sich im „Sozialismus“ real lebte und liebte. Darunter der Künstler Jürgen Wittdorf und der Friseur Frank Schäfer, der Bürgerrechtler Eduard Stapel und John Zinner, der sein coming-Out in einem kleinen Dorf im Thüringer Wald erlebt hat.
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♦ Vito
Vielleicht ist der Name des US-amerikanischen Aktivisten Vito Russo (Foto oben) hierzulande nicht so bekannt. Den Film „Celluloid Closet“ über die Darstellung von Schwulen im Hollywood-Film dürften aber sehr viele kennen. Russo schrieb das Buch, auf dem der Film basiert. Er war aber auch einer der führenden Köpfe der Act-Up-Bewegung im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids. Russo, selbst HIV-positiv, starb 1990.
Englischsprachige Internetseite zum Film
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♦ Wo men de gu shi
Doku über das Beijing Queer Film Festival in China und wie es sich gegen die Zensur der chinesischen Behörden zur Wehr setzt.
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♦ Man for a Day
Die Regisseurin Katarina Peters dokumentiert einen Berliner Workshop der Gender-Aktivistin Diane Torr. Diese weiht – und nun zitieren wir das Presseheft, „Hunderte von Frauen in die Geheimnisse des Mannseins“ ein. Tja, wann ist ein Mann ein Mann und wann ist eine Frau ein Mann. Das fragen wir uns auch immer.
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Und am 17. Februar 2012 wird zum 26. Mal der schwul-lesbische Fimpreis in den Kategorien Bester Spielfilm, Beste Doku, Bester Kurzfilm vergeben. Ein Special-TEDDY AWARD für künstlerische Lebensleistung geht in diesem Jahr an die Regisseurin Ulrike Ottinger und den Schauspieler Mario Montez.

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