„Vernichtungswille“ Detlef S. wegen Mordes an zwei Homosexuellen zu lebenslanger Haft verurteilt

Eilig gemeldet, 10 Uhr: Der 57-jährige Detlef S. ist vom Stuttgarter Landgericht wegen zweifachen Mordes und der gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit versuchter Nötigung schuldig gesprochen und zu einer lebenslangen Gesamtfreiheitsstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte im Sommer 2010 den 30-jährigen Heiko S. und den 70-jährigen Hans-Friedrich L. an als Cruisingplätzen für Schwule bekannten Plätzen durch gezielte Schüsse in den Kopf umgebracht hat. (S.i.e.g.T.-Bericht) In der Presse war Detlef S. darum als „Parkplatzmörder“ bezeichnet worden. Zudem habe er einen belgischen Touristen in Freudenstadt überfallen und bedroht. Dabei habe Detlef S. nicht, wie die Vorsitzende Richterin Ute Baisch ausführte, aus „Hass auf Homosexuelle“ gehandelt. Er habe    „heimtückisch und aus niederen Beweggründen nämlich mit Vernichtungswillen“ gehandelt. Der Mörder habe sich zum „Herrscher über Leben und Tod“ aufgeschwungen.
Das Gericht sah eine besondere Schwere der Schuld und ordnete Sicherheitsverwahrung an. Das bedeutet, dass Detlef S. nicht vorzeitig entlassen werden kann und wird auch nach Ende seiner 15-jährigen Haft in Verwahrung bleiben.
Während des gesamten Prozesses mit insgesamt 20 Verhandlungstagen hat Detlef S. selbst keinerlei Angaben zu den Taten oder seinen Motiven gemacht. Er wurde aufgrund von DNA-Spuren des Angeklagten an den Tatorten und aufgrund der verwendeten Munition überführt.
Urteil des Landgerichts Stuttgart vom 01. Februar 2012 – 100 Ks 114 Js 114864/10

1 Response to “„Vernichtungswille“ Detlef S. wegen Mordes an zwei Homosexuellen zu lebenslanger Haft verurteilt”


  1. 1 Ludger Februar 1, 2012 um 12:50 pm

    Zitat: „Dabei habe Detlef S. nicht, wie die Vorsitzende Richterin Ute Baisch ausführte, aus „Hass auf Homosexuelle“ gehandelt.“

    Stellt sich mir die Frage ob andernfalls das Strafmaß geringer ausgefallen wäre.


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