„Unheimliche Gefährlichkeit“ Gutachter bescheinigt Detlef S. volle Schuldfähigkeit

In seinem Gutachten hat der  forensische Psychiater Peter Winckler dem Angeklagten Detlef S. beim Prozess wegen Mordes an zwei Homosexuellen volle Schuldfähigkeit attestiert. „Es gebe keinerlei Hinweise auf eine psychische Erkrankung“, wird er von den „Stuttgarter Nachrichten“ wiedergegeben. Bei der Verhandlung am 12. Januar berichtete Winckler, dass sich Detlef S. jeder Begutachtung verweigert und mit dem Psychiater kein Wort gewechselt habe. Winckler bezeichnete den Angeklagten   als „Blackbox“, er gebe nichts von sich preis, und bescheinigte ihm eine „geradezu unheimliche Gefährlichkeit“. Die beiden Morde seien als Taten eines Serientäters zu werten, Detlef S. solle, sofern er verurteilt wird, in Sicherheitsverwahrung genommen werden.
Der 56-jährige Detlef S. ist angeklagt, im Sommer 2010 zwei homosexuelle Männer, den 30-jährigen Heiko S. und den 70-jährigen Hans-Friedrich L., umgebracht zu haben. (S.ie.g.T.-Bericht) Winckler widersprach auch der Ansicht, Detlef S. könne die Taten aus Rache für seine HIV-Infektion verübt haben. Es sei nicht wahrscheinlich, dass jemand zehn Jahre mit seiner Krankheit lebe und dann noch Rache verübe. Laut „Suttgarter Zeitung“ sagte Winckler: „Der Täter handelte aus Lust am Töten und aus einer narzisstischen Daseinsüberhöhung heraus. Er empfindet einen abgrundtiefen Hass auf die Welt.“ Verteidiger Peter Mende wies dies als „rein spekulativ“ zurück.
Der Prozess vor dem Stuttgarter Landgericht wird am 26. Januar mit den Plädoyers fortgesetzt. Das Urteil wird für Anfang Februar erwartet.

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