„Ich weiß es nicht.“ Stuttgarter Zeitung porträtiert die Ehefrau des wegen Mordes an zwei schwulen Männern angeklagten Detlef S.

Der Prozess gegen Detlef S., der angeklagt ist, im Sommer letzten Jahres zwei schwule Männer umgebracht zu haben (S.i.e.g.T.-Bericht), dauert an. In der letzten Woche fuhren Anwälte und Richter nach Belgien. Dort soll ein Hauptbelastungszeuge im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens von einer belgischen Richterin vernommen werden. Der 62-jährige Belgier war im Juni 2010 mit seiner Frau auf einem Kurzurlaub in Freudenstadt und soll von Detlef S. attackiert worden sein. Dieser Vorfall hat zur Verhaftung des Angeklagten geführt. Irritationen bestehen, weil diese „Attacke“ auf einem belebten Marktplatz nicht mit den zwei Morden zusammenpasst, die auf Parkplätzen verübt wurden.
Die „Stuttgarter Zeitung“ hat ein ausführliches Porträt der Ehefrau von Detlef S. veröffentlicht. Die (mutmaßlichen) Verbrechen ihres Mannes bleiben nicht ohne Folgen für Renate H. Sie ist Detlef S.s zweite Ehefrau und seit fast 20 Jahren mit ihm verheiratet.  „Ich bin für alle nur die Frau des Mörders“, wird sie von der „Stuttgarter Zeitung“ zitiert. Ihre Familie und auch die Kinder aus früherer Ehe hätten sich von ihr abgewandt. Zudem hat Renate H. finanzielle Schwierigkeiten. Bei einer Verurteilung würde die Pension ihres Mannes wegfallen. Sie schildert, wie sie die Zeichen für eine Homosexualität ihres Mannes verdrängt hat. Auch aus der Haft hat ihr Mann ihr Briefe geschrieben, die mit Liebesschwüren enden. Nun scheint sie die Kontakte zu ihm abbrechen zu wollen. Für seine Taten hat sie keine Erklärung. „Ich konnte das gar nicht glauben. Ich dachte, das wäre eine Verwechslung.“
Wegen einer anstehenden Operation des Angeklagten sind die Verhandlungen derzeit unterbrochen. Kurz vor Weihnachten ist nochmals ein kurzer Prozesstermin angesetzt.


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