„Keine gute Idee“ Neuer Verfassungsrichter Peter Müller gegen Adoptionsrecht für gleichge-schlechtliche Paare

Peter Müller, ehemaliger CDU-Ministerpräsident des Saarlandes, wurde heute vom Bundesrat zum Nachfolger des scheidenden Bundesverfassungsrichters Udo Di Fabio gewählt. Dies trotz zahlreicher Zweifel an der fachlichen Eignung des 56-Jährigen. Vorallem wird ihm fehlende juristische Erfahrung vorgeworfen. Sicher nicht vorwerfen kann man Müller, dass er etwas gegen Schwule und Lesben hätte. Er hat sich sogar explizit dafür ausgesprochen, gleichgeschlechtlichen Paaren auch den Steuervorteil des Ehegattensplittings zu gewähren. Ganz anders aber sieht die Sache für Peter Müller beim Adoptionsrecht aus. Da werden für jemanden, der jetzt im Namen der Verfassung Recht sprechen soll, Schwule und Lesben schnell wieder zu zweitklassigen Menschen. Auf die Frage, ob homosexuelle Paare Kinder adoptieren sollen dürften, antwortete er im Sommer letzten Jahres:
„Nein, das wäre keine gute Idee. Es gibt keine zwingende Begründung für ein unbegrenztes Adoptionsrecht, also auch solcher Kinder, die nicht in einem Verwandtschaftsverhältnis zu einem der gleichgeschlechtlichen Partner stehen. Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates. Das ist auch im Adoptionsrecht zu beachten.“ (Quelle: Interview „PR-online“ vom 25.8.2010)
Gleich ist eben doch nicht gleich – aber wie man sieht, kann man auch unter Missachtung eines im Artikel 3 des Grundgesetzes verankerten Menschenrechtes Verfassungsrichter werden.

2 Responses to “„Keine gute Idee“ Neuer Verfassungsrichter Peter Müller gegen Adoptionsrecht für gleichge-schlechtliche Paare”


  1. 1 Thommen, 61 November 25, 2011 um 5:00 pm

    Wir sollten uns endlich klar darüber werden, dass diese Diskussion um Adoption eine klar sexistische ist! Abgesehen davon, dass Schwule – allerdings mit Mühe – trotz heterosexueller Familie schwul werden, ist es die schwule Beziehung an sich, die bei Heteros Fickfantasien und „Sexualisierungen“ in den Köpfen mobilisiert und sie Angst um die „armen Kinder“ haben lässt. Ausserdem KÖNNEN schwule Eltern auch „körperlicher“ miteinander umgehen, als Heteros mit ihren Ehefrauen…

    Die Diskussion von Seiten der Lesben muss übrigens von denen geführt werden, nur stehen diese – aus wiederum sexistischen Gründen – nicht so exponiert da! 😉

    Und schwule Kinder kann es gar nicht geben. Basta. Diese Diskussion wird schlichtweg vermieden. Wir sind in Heteros/as Augen alle irgendwie sexuell missbraucht worden…

    Warum sind Schwule eigentlich zu feige, diesen Diskurs öffentlich zu führen? Die ständige Diskriminierungsklönerei hängt mir aus den Ohren…

  2. 2 Ralf November 26, 2011 um 11:29 am

    Na ja… gegenüber Di Fabio, dem Vertreter des äußersten rechten Randes des politischen Spektrums und bekennenden klerikalen Schwulenhasser, ist Müller immerhin ein Fortschritt.


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