Deutschland: Weniger HIV-Neuinfektionen – mehr Syphilis

Kurz vor dem Welt-Aids-Tag am 1. Dezember hat das Robert-Koch-Institut (RKI) neue Zahlen zu HIV und Aids in Deutschland veröffentlicht. Derzeit leben in Deutschland ca. 73.000 Menschen mit HIV/Aids. Die Zahl der Todesfälle wird für dieses Jahr auf 500 geschätzt. Seit Ausbruch der Epidemie sind 27.000 Menschen an den Folgen der Immunschwächekrankheit gestorben. Nach wie vor sind schwule und bisexuelle Männer mit 45.000 die am stärksten betroffene Gruppe. Zugleich aber sank in dieser Gruppe auch die Zahl der Neuinfektionen. Das RKI schätzt 1.500 Neuinfektionen bei den, wie es die klinische Formulierung ist, Männern, die Sex mit Männern haben. Gesamt werden für 2011 2.700 Neuinfektionen geschätzt (2.250 Männer und 450 Frauen).
Der höchste Wert für HIV-Neuinfektionen lag im Jahr 2006 bei rund 3.400 Infektionen und geht seitdem zurück. „Zu den wichtigsten Ursachen für diese positive Entwicklung gehören die intensivierte Prävention und die zunehmend frühere Diagnose und Behandlung HIV-Infizierter, die dann weniger infektiös für ihre Sexualpartner sind“, so Reinhard Burger, Präsident des Robert-Koch-Instituts in der Pressemitteilung. „Aber eine HIV-Infektion ist nach wie vor nicht heilbar, auch wenn sie mit Medikamenten meist gut behandelbar ist.“
Zur weiteren Vorsicht mahnt auch die gegenwärtig wieder steigende Zahl der dem RKI übermittelten Syphilisfälle bei Männern, die die Zahl der HIV-Neuinfektionen negativ beeinflussen könnte. Syphilis-Erkrankte stecken sich leichter mit HIV an und können HIV auch leichter übertragen.
Etwa 14.000 haben sich nach Schätzung des RKI bereits mit HIV infiziert, ohne dass dies auch diagnostiziert ist, etwa durch einen Test. Rund 52.000 Menschen werden mit antiretroviralen Medikamenten behandelt.
Mehr Informationen via Ondamaris. / Zu den Zahlen weltweit hier


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