Hetze gegen Schwule verjährt? Bambi für Bushido

Der Lesben- und Schwulenverband hat die Verleihung des Medienpreises Bambi an den Rapper Bushido kritisiert. Der Burda-Verlag, der den Preis vergibt, „leistet sich damit einen krassen Missgriff. Bushido hetzt seit Jahren gegen Homosexuelle und ruft in Liedtexten unverblümt zur Gewalt gegen Schwule auf“, heißt es in einer Pressemitteilung des LSVD. Im Verlagshaus Burda dagegen hält man Bushido für ein Beispiel für „gelungene Integration“, zudem setze sich der Sohn einer deutschen Mutter und eines tunesischen Vaters „gegen Gewalt und für ein respektvolles Miteinander“ ein. Das ist nicht bei jeder Bevölkerungsgruppe so angekommen. Aus der Mitteilung des LSVD:
„Der 31-jährige Rapper findet Vergnügen daran, abfällige Bemerkungen über Frauen und Schwule zu machen. 2005 hatte der Rapper in einem Zeitungsinterview gesagt: ‚Ihr Tunten werdet vergast‘. In mehreren seiner Stücke ruft er zur Gewalt gegen Schwule auf. Zuletzt bezeichnete er Schwulsein als ’nicht normal‘. Im Stück ‚Berlin‘ singt er: ‚Berlin wird wieder hart, denn wir verkloppen jede Schwuchtel.‘ Selbst ein Konzert gegen Jugendgewalt am Brandenburger Tor 2007 nutzte er, um seinen Hass und seine Verachtung gegenüber Homosexuellen zu dokumentieren. Bushido sagte ihnen von der Bühne herab: ‚Die Wichser können demonstrieren, sich aufhängen – ich scheiß drauf‘.“
Tatsächlich kann es Bushido scheißegal sein. Er ist einer der erfolgreichsten Musiker Deutschlands und hat Millionen verdient, er wird vom deutschen Musik-Jet-Set hofiert und auch von Schwulen: So hatte Hape Kerkeling in seinem Alias Horst Schlämmer keine Probleme, zusammen mit Bushido „Isch kandidiere“ zu trällern.
Bushido wäre aber natürlich nicht Bushido (bzw. die PR-Abteilung hinter Bushido), wenn er Kritik an der Preisvergabe nicht gleich miteinkalkulieren würde: „Finde ich verdient, andere nicht! Aber wen juckt das?“, heißt es auf seiner Internetseite zur Preisverleihung.
Update: Äußerung der Bambi Verantwortlichen auf Facebook-Seite

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