Urteil im Vergewaltigungsprozess gegen Bundeswehrsoldaten (NACHTRAG)

Die folgende Nachricht ist nicht neu, ich will sie aber nachtragen, da ich im Mai auf diesem Blog über die Anklage gegen einen Hauptfeldwebel der Bundeswehr berichtet hatte. Der 39-Jährige soll einen jüngeren Untergebenen zweimal vergewaltigt haben. Bereits Ende September fiel das Urteil in diesem Prozess. Das Landgericht Deggendorf sprach den Angeklagten Günter W. frei, für seine Zeit in Untersuchungshaft erhält er eine Entschädigung. Die Staatswanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft gefordert. Der Vorsitzende Richter hielt die Aussagen des Klägers für „unglaubwürdig“. Zugleich betonte er aber, dass sich der Angeklagte „alles andere als korrekt verhalten“ habe. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass dieser seine Befehlsbefugnis missbraucht oder  Gewalt angewendet habe. So gibt die „Deggendorfer Zeitung“ (Passauer Neue Presse) in ihrem Artikel vom 30. September den Richter wieder. Im Zweifel für den Angeklagten.
Zuvor hatten im Prozess Kameraden des Klägers von „unnormale“ Annäherungen des Hauptfeldwebels an Untergebene berichtet. “ So hat Panzersoldat K. (27) − einer von 15 Zeugen, die vors Landgericht geladen waren –  beobachtet, wie sich der Angeklagte in Afghanistan im engen Panzer mit ‚kreisförmigen Bewegungen‘ an Jürgen D. gerieben hatte. ‚Ich hätte das als Belästigung empfunden‘, sagt K.“ Dies schreibt die Zeitung am 27. September in ihrem Prozessbericht. Günter W. hatte später eingeräumt, aus Angst vor Konsequenzen seine Homosexualität verschwiegen und Kameraden „angemacht“ zu haben.

1 Response to “Urteil im Vergewaltigungsprozess gegen Bundeswehrsoldaten (NACHTRAG)”


  1. 1 bajazbasel Oktober 28, 2011 um 7:42 pm

    Klemmschwestern und Klemmheteros sind unsere schwersten Hypotheken in der Emanzipation, denn sie ziehen den Lustgewinn aus prekären Situationen und nicht aus der Sexualität selber…


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