Die Sozis und der Neid: SPD Ba-Wü gewährt Schwulen keine Gleichheit, weil es was kostet

Wenn sich eine Partei historisch gern im Kampf für Gleichheit verortet, dann ist es umso bezeichnender, wie und wann sie die hehren Grundsätze über Bord wirft: Beim Geld jedenfalls ist für die Sozis Schluss mit gleich –  zumindest bei der SPD Ba-Wü und ihrem Abgeordneten Nikolaos Sakellariou. Dem kostet Gleichstellung zuviel, sein homofeindliches Ressentiment gibt’s dafür gratis dazu!
Worum geht’s? Die „Stuttgarter Nachrichten“ berichten (und queer.de hat die Meldung übernommen), dass in der grün-roten Regierung Ba-Wüs ein Streit ausgebrochen ist, bis wann verpartnerten homosexuellen Beamten der Familienzuschlag rückwirkend erstattet wird. Die SPD findet, dass es genügt, bis 2009 rückzuerstatten, die Grünen wollen – unter Verweis auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofes – bis 2003 rückerstatten. Zu teuer, sagt der SPD-Abgeordnete Nikolaos Sakellariou. Er hat, so die „Stuttgarter Nachrichten“, „ausgerechnet, dass sich schwule oder lesbische Paare bis zu 13.500 Euro zurückerstatten lassen könnten. ‚Das reicht für eine schöne Kreuzfahrt.‘ Für das Land entstünden hingegen happige Kosten in Höhe von 6,5 Millionen Euro.“ Dagegen rechnet Brigitte Lösch von den Grünen mit 1,5 Millionen. Konkret geht es übrigens um genau 205 homosexuelle Beamtenpaare heute und um 35 Paare 2003!
Man fragt sich schon ein wenig, was eine Regierung qualifiziert, die sich noch nicht mal im Rechnen einig ist, denn zwischen 6,5 und 1,5 Millionen Euro liegt eine gewisse Fallhöhe. Und was sagt es über die SPD, wenn es mit ihr nur Gleichheit gibt, wenn se nix koschtet. Das eigentliche ist ja aber nicht das Geld; es ist die Tatsache, dass die SPD Ba-Wü den Artikel 3 des Grundgesetzes nicht kennt, der besagt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. Dazu leistet sie sich mit Nikolaos Sakellariou einen Landtagsabgeordneten aus Schwäbisch Hall, Vater von 5 Kindern, der Neid sowohl auf Beamte wie Homosexuelle schürt. Anders lässt sich der Hinweis auf die schöne Kreuzfahrt kaum interpretieren. Vielleicht kann man in Schwäbisch Hall ja noch durch Missgunst und Ressentiments gegen Homosexuelle punkten. Schade, das hat die schöne Salzsiederstadt wahrlich nicht verdient.

Foto: Landtag Ba-Wü / Seite von Nikolaos Sakellariou

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1 Response to “Die Sozis und der Neid: SPD Ba-Wü gewährt Schwulen keine Gleichheit, weil es was kostet”



  1. 1 Life ought to be an adventure, not a vegetation. | Steven Milverton Trackback zu November 5, 2011 um 11:57 am
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