Großbritannien: Gleichgeschlechtliche Ehe noch vor Mai 2015?

So was von einer konservativ-liberalen Regierung! Anders als in Deutschland, wo die schwarz-gelbe Regierung nicht im Entferntesten daran denkt, Schwulen und Lesben auch nur einen Millimeter mehr Recht zuzugestehen – es sei denn, das Verfassungsgericht oder die EU zwingt sie dazu -, stehen die Zeichen in Großbritannien gut für die Gleichstellung der zivilen Partnerschaften mit der Ehe.
Im Frühjahr soll es, einem Bericht der BBC zufolge, Gespräche auf Ministerebene geben, wie die zivile Ehe für Schwule und Lesben geöffnet werden kann. Die Gleichstellungsministerin Lynne Featherstone sagte, die bestehende Rechtslage sei schlichtweg ungerecht. In Großbritannien gibt es seit 2005 die zivile Partnerschaft für Homosexuelle, die in etwa der Eingetragenen Lebenspartnerschaft in Deutschland entspricht. Großbritannien sei weltweit führend, was Rechte für Schwule und Lesben anginge, aber es gäbe noch genug zu tun, so Featherstone vor Aktivisten der Liberalen Partei Englands. Ziel sei eine Gesetzesänderung noch vor den nächsten Wahlen im Mai 2015. Sowohl Liberalen-Parteichef Nick Clegg als auch der britische Premierminister David Cameron gelten als Befürworter der gleichgeschlechtlichen Ehe. Wobei gerade von konservativer Seite Kritik an einer Gleichstellung zu erwarten ist.
Der Menschenrechtsaktivist Peter Tatchell kritisierte, dass durch die für März angekündigten Konsultationen die Gleichstellung unnötig lange verzögert würde. Das Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe sei homophob und müsse abgeschafft werden. Dazu bedürfe es keiner weiteren Beratungen.
Gemessen an dem von deutschen Politikern anlässlich 10 Jahre Homo-Ehe abgesonderten Belanglosigkeiten, denen kein einziges konkretes Handeln folgte, ist das britische Vorhaben geradezu ehrgeizig.

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