Queer Al Pacino? Filmpreis für „Wilde Salome“

Die künstlerische Annäherung des Schauspielers und Regisseurs Al Pacino an den Schriftsteller Oscar Wilde ist auf dem Filmfestival von Venedig mit dem „Queer Lion“ ausgezeichnet worden. Die Jury nannte „Wilde Salome“ eine „eindringliche, komplexe und leidenschaftliche Liebeserklärung an ein Genie“. Pacinos zweite Regiearbeit (Trailer am Ende des Artikels) zeigt das Entstehen einer Aufführung von Wildes Theaterstück „Salome“. Pacino schlüpft auch selbst in die Rolle des schwulen Dandys des 19. Jahrhunderts. Zugleich führt er die Zuschauer nach Dublin, Paris und London, Lebensstationen des Dichters.
Das Magazin „Filmstarts“ lobt die filmische Adaption von „Salome“, zeigt sich aber auch von Pacinos Selbstverliebtheit genervt: „Ohne Pacinos ehrliche Begeisterung für Oscar Wilde und sein Werk wäre der Film gar nicht erst entstanden, aber sie ist es auch, die den Regisseur, Produzent und Hauptdarsteller gelegentlich über das Ziel hinausschießen lässt.“
Der schwul-lesbische Filmpreis Queer Lion wird seit 2007 im Rahmen der Filmfestspiele von Venedig vergeben. Vorbild ist der „Teddy“ der Berlinale. Im letzten Jahr war der Film „En el futuro“ von Mauro Andrizzi ausgezeichnet worden.
Al Pacino, 1940 in New York geboren, erhielt 1993 den Oscar als bester Schauspieler in dem Film „Der Duft der Frauen“. Zu Ruhm gelangte er vorallem durch seine Rolle als Gangsterboss‘ Michael Corleone in „Der Pate“. Beim diesjährigen Filmfest in Venedig war er für sein Lebenswerk geehrt worden.


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