Personalia der Woche: An wen wir uns erinnern sollten und wer übers Heiraten nachdenkt

In den Personalia dieser Woche prallen schwule Geschichte und das heutige schwule Leben aufeinander. Der Tod Rudolf Brazdas, die Ehrung zweier von den Nazis ermordeten Schwulen durch „Stolpersteine“, der Streit um einen schwulen Schützenkönig, ein toleranter Stamm indianischer Ureinwohner in den USA, eine Countrysängerin, ein Metal-Sänger + Regenwetter-Extra: Der neue Video von Will Young!

Rudolf Brazda, Überlebender der Nazi-Verfolgung, ist im Alter von 98 Jahren gestorben.

Klaus Wowereit, Nicht-Regierender Bürgermeister Berlins, hat die Nachricht vom Tode Rudolf Brazdas mit Bedauern zur Kenntnis genommen: „Rudolf Brazda ist ein Beispiel dafür, wie wichtig die Erinnerungsarbeit für unsere Zukunft ist. Immer weniger Menschen können authentisch und aus eigener Anschauung Auskunft über die Unterdrückung in der NS-Diktatur geben.“

Albrecht von Krosigk, geboren 1892, wurde im sogenannten Dritten Reich mehrfach aufgrund des §175 in „Schutzhaft“ genommen, später kam er ins KZ Fuhlsbüttel, wurde von den Nazis entmündigt und starb 1942, angeblich an einer „Lungenentzündung“.

Otto Hampel, geboren 1895, wurde 1937 zusammen mit seinem Freund von der Gestapo verhaftet. Er wurde 1940 in der Tötungsanstalt Brandenburg ermordet.

An beide Opfer des Nazi-Terrors gegen Homosexuelle erinnern nun Stolpersteine in der Motzstraße 9 bzw. Motzstraße 30 in Berlin-Schöneberg.

Dirk Winter, Schützenkönig von Münster, will sich der Anordnung fügen, dass sein Mann bei öffentlichen Anlässen des Schützenvereins hinter ihm und nicht als „Königin“ laufen muss. Damit hat sich der Kölner Weihbischof Heiner Koch – selbst im Schützenverein – durchgesetzt mit einer Auffassung, zu der mir nur das Wort Herrenrassenmentalität einfällt.

David Norris, irischer Politiker, hat seine Kandidatur für das Präsidentenamt zurückgezogen, nachdem bekannt wurde, dass er einen Freund unterstützt hatte, der wegen Sex mit Minderjährigen verurteilt worden war.

Heather Purser, 28-jährige Lesbe vom Stamm der Suquamish-Indianer im US-Bundesstaat Washington, war mit ihrem Antrag beim Stammesrat erfolgreich: Künftig ist in dem Reservat des Stammes die gleichgeschlechtliche Ehe erlaubt.

Rob Halford, Heavy-Metal-Urgestein, hält die Idee, eines Hetero Pride Day in Brasilien für „kindisch“.

Lance Bass, Popsternchen, Ex-N’Sync und Ex-Partner von Reichen Lehmkuhl, möchte irgendwann einmal heiraten. Wir nicht, drücken aber Herrn Bass die Daumen!

Roland Emmerich, Regisseur, ist den Heiratsplänen etwas näher: Er und sein Freund Omar de Soto hätten vereinbart, „wenn wir in fünf oder sechs Jahren noch zusammen sind, denken wir vielleicht auch über Hochzeit nach“. Den zweiten Trailer (auf Englisch) zu seinem nächsten Film „Anonymous“ über William Shakespeare findet man hier.

Will Young, britischer Musiker, erinnert mit dem Video zu „Jealousy“ an den Film „Trapez“ mit Burt Lancaster und Gina Lollobrigida.

Unterstützer

Dolly Parton, Country-Sängerin, hat sich entschuldigt, dass ein lesbisches Paar wegen eines „Marriage is so gay“-T-Shirts Ärger beim Einlass in einen ihrer Themenparks hatte.

Miley Cyrus, Teenie-Star „Hannah Montana“, hat zwei Striche am Ringfinger und angeblich eine Debatte um Homo-Rechte an der Backe. Wir haben’s nicht verstanden, freuen uns aber, dass die 19-Jährige Schwule und Lesben unterstützt.

Olaf Scholz, Hamburgs Erster Bürgermeister, ist beim CSD in der Hansestadt ganz vorn mit dabei und sieht die Stadt als „eines der Vorbilder im Kampf um die Gleichstellung“.

Tendenziöses Zwischenreich

George Clooney, Schauspieler, wird derzeit Stacy Keibler, Ex-Wrestlerin, als neue Liebe angedichtet. Tja, tja, … wie schreibt „Dlisted“ so schön: „Die einzige Regel im Club der George Clooney Freundinnen – Sprich nicht von Hochzeit!“

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