Personalia der Woche: Wer sich zuerst in New York traute und wer uns trotz Studiums unterstützt

In den heutigen Personalia wird bestätigt, dass zumindest in Köln nach dem CSD vor dem Karneval ist, und dass sich Kämpfen für gleiche Rechte lohnt: In N.Y. können Schwule und Lesben nun heiraten. Zwei Nachrichten, die zeigen, dass die Welt weitergeht. Zunächst aber gilt es, den Opfern der Anschläge in Norwegen zu erinnern …

Eskil Pedersen, schwuler Vorsitzender der Jungsozialisten Norwegens, der das Massaker auf der Insel Utøya überlebte, sagte in einer Pressekonferenz: „Der Attentäter hat den Leuten das Leben genommen, aber nicht das, wofür sie standen: Für Toleranz und Anti-Rassismus.“

Guido Westerwelle, Außenminister, zeigte sich erschüttert über die „menschenverachtenden Anschläge in Norwegen“.

Klaus Wowereit, Berlins Nicht-Regierender Bürgermeister im Wahlkampf, sagte: „Es darf nicht zugelassen werden, dass Terroristen eine offene und freie Gesellschaft derart bedrohen.“

Das obige Bild ist ein Ausschnitt aus einem von den Medien verbreiteten Foto vom Ufer der norwegischen Ferieninsel Utøya, wo ein Attentäter 85 Menschen regelrecht hinrichtete. Unser Ausschnitt ist so gewählt, dass eine schemenhafte Gestalt darauf nicht sichtbar ist, bei der es sich um den Täter handeln soll. Zurück bleiben die verpixelten Andeutungen der Toten.

Cheryle Rudd und Kitty Lambert sind das erste gleichgeschlechtliche Ehepaar in New York. Kurz nach Mitternacht, also unmittelbar nach Inkrafttreten des Gesetzes, gaben sie sich an den Niagarafällen das Ja-Wort. Wir gratulieren ihnen und  den hunderten weiterer Paare, die am heutigen Sonntag in N.Y. heiraten werden.

Marcus Gottschalk, 32-jähriger Kölner, ist Kopf des neuen Dreigestirns und damit erster schwuler Karnevalsprinz der Stadt. Zehn Jahre nachdem mit Peter König in Düsselsorf ein schwuler Mann das Zepter schwang.

Steffen Poos, evangelischer Pfarrer in Nagold-Iselshausen, muss die Stelle wechseln, weil die Statuten der württembergischen Landeskirche gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften in Pfarrhäusern untersagen. Rechtsfreier Raum Kirche I.

David Berger, katholischer Theologe, der nach seinem Outing aus dem Lehramt geschmissen wurde, zeichnete bei einer Diskussion in Liblar ein „trostloses Bild“ der katholischen Kirche: Es sei gut möglich, dass sich die Kirche bald aus der Mehrheitsgesellschaft verabschieden werde. Rechtsfreier Raum Kirche II.

Jane Lynch, Schauspielerin („Glee“), wusste schon mit 12, dass sie lesbisch ist – dank der „Vogue“ wissen wir es nun alle.

Olivia Odom und Jennifer Tipton, lesbisches Paar aus den USA, wurden wegen eines T-Shirts mit dem Aufdruck „Marriage is so gay“ nicht in Dolly Partons Vergnügungspark in Tennessee gelassen.

Tendenziöses Zwischenreich

Jay Khan, erklärtermaßen nicht-schwuler Ex-Sänger, hat sich von Dschungelcamp-Eroberung Jane Indira Weis getrennt.

Unterstützer

Laura Halding-Hoppenheit, Stuttgarts mütterliches Über-Ich seit 35 Jahren, im Interview: „Oft wurde ich von anderen Leuten gefragt und auch verspottet, warum ich so aktiv in der (schwulen) Szene sei und auch noch ein Lokal betreibe. Schließlich sei ich doch Akademikerin und hätte in Bukarest Kunstgeschichte studiert.“

Aaron Ashmore, kanadischer Schauspieler, hat als Agent Steve Jinks in der Serie „Warehouse 13“ sein Coming-out.

Dan Parent, Erfinder des schwulen Charakters Kevin Keller in der „Archie“-Comic-Welt, sagt im Interview mit „Arts Beat / N.Y.Times Blog“), nach der Veröffentlichung sei es toll gewesen, breite Unterstützung der Leser und die herzlichen Gefühle der schwulen Community zu erfahren.

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