Grüne steigen aus – Rechte von Homosexuellen sollen für Wählermehrheit geopfert werden

Auf der Suche nach neuen Wählern ist man bei Teilen der Grünen anscheinend bereit, gleiche Rechte für Homosexuelle als politisches Ziel zu opfern. Die „Frankfurter Rundschau“ berichtete am Wochenende von einem Thesenpapier des Tübinger Oberbürgermeisters Boris Palmer. Darin wird ein Verzicht auf „Oppositionsgehabe“ und auf „Fokusierung klassisch grüner Themen“ gefordert. Weiter heißt es, laut „FR“: Das uneingeschränkte Adoptionsrecht für homosexuelle Paare sei „vorerst keine Forderung, mit der sich 25 Prozent der Deutschen gewinnen lassen“
Kritik an dieser These übte unter anderem Renate Künast. Sie soll im Parteirat, in dem die Vorschläge Palmers diskutiert wurden, geäußert haben, derlei Positionen könnten sie in Berlin (wo sie als Grünen-Spitzenkandidatin im September zur Wahl antritt) Stimmen kosten. Volker Beck bezweifelte, dass man Mehrheiten gewinne, indem man „seine Substanz zur Disposition stellt“.
Update: Im Handelsblatt darf Palmer alles zurecht rücken: „Der Satz ist korrekt zitiert. Er diente aber dazu, zu illustrieren, dass uns häufig noch gesellschaftliche Mehrheiten für unsere Forderungen fehlen. Das heißt aber nicht, dass man die Forderungen aufgeben muss – man kann auch dafür kämpfen, gesellschaftliche Mehrheiten zu gewinnen. Und bei dieser Frage muss die Antwort sein: Kämpfen, nicht aufgeben“, sagte Palmer.
Link: FR-Artikel „Kurs-Streit bei den Grünen“

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3 Responses to “Grüne steigen aus – Rechte von Homosexuellen sollen für Wählermehrheit geopfert werden”


  1. 1 Lars Mai 30, 2011 um 9:04 am

    Deswegen wähle ich nicht mehr grün, weil wir seit Hamburg wissen, dass die politischen Überzeugungen als erstes der Macht geopfert werden.

    Und Frau Künast liegäugelt mit Herrn Henkel von der CDU – das kann ich nicht gutheißen.

    • 2 RH Mai 30, 2011 um 11:35 am

      Das sehe ich ähnlich: Die Grünen als die neue FDP und die hat ha bekanntlich Menschenrechte als erstes verraten. Volker Beck nimmt den homofeindlichen Denker übrigens in Schutz: Der habe es nicht so gemeint und stehe hinter dem Adoptionsrecht für Homosexuelle. Tja, aber gezündelt hat er schon mal – und der schwule Grüne gibt dem Brandstifter auch noch Deckung. Alle Achtung!

  2. 3 Ralf Juni 1, 2011 um 4:03 pm

    Antje Vollmer konnte sich seinerzeit auch nicht mit ihren schwulenfeindlichen Ansichten durchsetzen. Ein Boris Palmer macht also noch keine schwulenfeindliche Partei – wie man daran sieht, dass in Rheinland-Pfalz gerade eben die Grünen die rückwirkende Gleichstellung der Lebenspartnerschaft im Landesrecht und den Einsatz des Landes für eine Ergänzung von Art. 3 GG in den Koalitionsvertrag geschrieben haben.


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