Personalia der Woche: Frankreich ehrt Rudolf Brazda

Deutschland hatte nicht die Größe, den vermutlich letzten schwulen KZ-Überlebenden Rudolf Brazda angemessen zu ehren. In Frankreich dagegen wurde dem 98-Jährigen nun von Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sakozy die höchste Auszeichnung des Landes, der Orden der Ehrenlegion, verliehen. Von 1942-1945 war Brazda in Buchenwald wegen seiner Homosexualität inhaftiert. Brazdas Leben schildert die Biografie „Das Glück kam immer zu mir“ (Alexander Zinn, Campus Verlag). Fotos von der Verleihung des Ordens auf der Internetseite von „Tetu“. Obiges Foto stammt aus dem YouTube-Video „Der letzte schwule KZ-Häftling“.

Weitere Personalia der Woche: Wer einen schwulen schwäbischen Mentor hatte und wer 12 Kinder großzieht …

Volker Beck, Grünen-Politiker, twittert zu den Überlegen, er könne als Kandidat zur nächsten OB-Wahl in Köln antreten: „Das steht als Frage jetzt nicht wirklich an!“

Volker Beck, Grünen-Politiker, ist jetzt aber immerhin schon mal Schirmherr des am Freitag eröffneten Zentrums Queer Leben in Berlin Kreuzberg. Auch das wurde getwittert.

Ralf König, Comic-Zeichner, unterstützt das Berliner Protestbündnis gegen den Besuch Josef Ratzingers, Führer der katholischen Kirche, mit einer Illustration.

David Berger, schwuler katholischer Theologe, wurde seine Lehrerlaubnis entzogen.

Albert Kehrer, Vorstand „Völklinger Kreis“, sagt im Interview mit der „Welt“: „Dass sich DAX-Vorstände outen, davon sind wir noch weit entfernt.“

Kasha Jacqueline Nabagesera, Gründerin und Geschäftsführerin der LGBT-Menschenrechtsgruppe Freedom and Roam Uganda, wurde in Genf mit dem Menschenrechtspreis der Martin Ennals Stiftung ausgezeichnet.

Henry Velandia, geboren in Venezuela, verheiratet mit Josh Vandiver in New York, wird nach einem Gerichtsurteil vorerst nicht aus den USA ausgewiesen. Die gleichgeschlechtliche Ehe, geschlossen in Connecticut, wird vom Bundesrecht, das die Immigration regelt, nicht anerkannt.

Steve und Roger Ham, die im US-Bundesstaat Arizona nicht heiraten dürfen, haben 12 Kinder adoptiert.

Giorgio Armani, Modedesigner, hat liturgische Gewänder für den Monsignore Domenico Mogavero, Bischof auf Sizilien, entworfen. Der Bischof soll damit Aufmerksamkeit, „besonders bei den weiblichen Gemeindemitgliedern“ erregt haben.

Supporters

Bilkay Öney, Berlinerin und designerte Integrationsministerin in Baden-Württemberg, zeigt sich zuversichtlich, mit der schwäbischen Mentalität klarzukommen: „Mein erster Mentor an der Uni war ein schwuler Schwabe.“ Na, dann mal viel Erfolg im neuen Amt.

Cher, Sängerin, zeigt sich im „Advocate“-Interview einmal mehr stolz auf ihre Tochter ihren Sohn Chaz.


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