Kardinal Meisner entzieht schwulem Theologen Lehrerlaubnis

Im April letzten Jahres outete sich der katholische Theologe David Berger in einem Interview mit der „Frankfurter Rundschau“. Anlass war ein TV-Auftritt des Essener Bischofs Franz-Josef Overbeck, bei dem dieser Homosexualität als Sünde geißelte. Im Herbst erschien Bergers Buch „Der heilige Schein“, in dem er seine Erfahrungen als Schwuler in der katholischen Kirche beschreibt. Seitdem lief auch eine Untersuchung des Erzbistum Köln zur Entziehung der Lehrerlaubnis Bergers. Heute nun hat der Kölner Kardinal Joachim Meisner Fakten geschaffen. „Das Vertrauensverhältnis des Erzbischofs von Köln in die Glaubwürdigkeit von Herrn Dr. Berger, in Lehre und Lebensführung mit den moralischen und gesetzlichen Normen der Kirche übereinzustimmen, ist zerstört“, zitiert die „Franfurter Rundschau“ Meisner. Berger könne nicht mehr glaubwürdig Religionsunterricht im Auftrag der Kirche erteilen. Auf Bergers Homosexualität geht Meisner anscheinend nicht ausdrücklich ein.
Berger verliert mit der Lehrerlaubnis sein letztes Amt innerhalb der Kirche. Dies sei „ein schwerer Schlag gegen den Frieden innerhalb des Erzbistums sowie überhaupt der Seelsorge im Erzbistum“, sagte er der „FR“. Weiter schreibt die Zeitung, Berger sei verärgert, dass er keine Gelegenheit erhalten habe, zu den „pauschalen Vorwürfen“ persönlich Stellung zu nehmen.
Der LSVD zeigte sich empört über den Vorgang. In einer Pressemitteilung heißt es, „es ist typisch für die katholische Amtskirche, dass sie sich nicht mit ihren Kritikern auseinandersetzt, sondern diese mundtot zu machen versucht“. Der Grünen-Abgeordnete Volker Beck nannte Kardinal Meisner einen „Prediger der Intoleranz“.

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