Schwule Welt: Wo in London küssende Schwule rausgeschmissen werden und wo man die Urlaubsidylle nicht gefährden will

Die globalisierte Welt schafft mitunter merkwürdige Gemeinsamkeiten: 1. Homos können wegen eines Kusses überall aus der Kneipe fliegen. Jüngstes Beispiel: London. 2. Um Touris zu locken, soll kein Wölkchen den blauen Regenbogen-Himmel trüben. Jüngstes Beispiel: Tel Aviv/Berlin. Dazu weitere internationale Meldungen dieser Woche aus Montenegro, USA und Österreich + das „It Gets Better“-Video der LGBT-MitarbeiterInnen von Apple.

Montenegro steht möglicherweise kurz vor der ersten schwul-lesbischen Parade. Die von LGBT-Gruppen für den 31. Mai angekündigte Demonstration in der Hauptstadt Podgorica findet die Unterstützung des Ministerpräsidenten Igor Lukšic: „Montenegro sollte zeigen, dass es eine Gesellschaft hat, die bereit ist Unterschiede in der Lebensweise der Menschen zu aktzeptieren, unabhängig davon was jeder persönlich darüber denken mag.“ Homosexuelle haben in dem Land, das gerne in die EU möchte, einen schweren Stand.

Was in Pizzerias in St. Gallen, in Eisdielen in Berlin geht, geht auch in London. Ein schwules Paar wurde nach einem Kuss aus dem John Snow Pub im Bezirk SoHo rausgeschmissen. Grund: Ein Gast hatte sich über das Paar beschwert. Wie es gerade Mode ist, gibt es auch hier ein Kiss-In als Reaktion und eine entsprechende Facebook-Gruppe. Update: Video vom Kiss-In via The Guardian.

Als elfter Bundesstaat der USA wird Delaware die zivile Partnerschaft für Schwule und Lesben einführen. Nach dem Senat stimmte nun auch eine Mehrheit des Repräsentantenhauses einem entsprechenden Gesetz zu. Der Governeur Jack Markell, selbst Befürworter des Gesetzes, hat angekündigt, das Gesetz schnellstmöglichst zu unterzeichnen.

Das in Österreich für lesbische Paare geltende Verbot der medizinisch unterstützten Fortpflanzung ist möglicherweise verfassungswidrig. Der Antrag eines deutsch-österreichischen Paares auf Insemination war von einem Bezirksgericht zunächst abgelehnt worden. Beim Obersten Gerichtshof sieht man das anders und hat nun beim Verfassungsgerichtshof die Aufhebung dieses Verbots wegen Verfassungswidrigkeit beantragt.

Tel Aviv will sich auf dem schwul-lesbischen Stadtfest in Berlin im Juni mit einem Stand beteiligen und für sich als Urlaubsziel werben. Um keine negativen Reaktionen hervorzurufen, verzichtet man auf Symbole wie die israelische Flagge und den Davidstern. Dies sei, angesichts der weltweiten Feindseligkeiten gegenüber Israelis eine „kluge Art, israelische Marken im Ausland zu vermarkten“, so das Tourismusministerium, laut „ynetnews“ bzw. (auf Deutsch übersetzt) bei queer.de

Auch die MitarbeiterInnen des Computerkonzerns Apple beteiligen sich an der Aktion „It Gets Better“, die schwule und lesbische Jugendliche in ihrem Coming-out und in der Auseinandersetzung mit ihren Mitmenschen Unterstützung geben will. In englischer Sprache und sehr bewegend …


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