Schwule Welt: Wo alle, aber wirklich alle einkaufen dürfen und wo auf Disziplin geachtet wird

Mark Simpson hat Schwulsein mal als eine große Einkaufsliste definiert. Verschwiegen hat er, dass das auch für alle übrigen Menschen gilt. Der US-Handelsgigant Target führt das in einem schönen neuen Werbefilm vor und kontert damit Vorwürfe von Lady Gaga.  – Weitere internationale Meldungen, die uns in dieser Woche auffielen, kommen aus den Niederlanden, Südkorea, Belgien, Russland und aus dem Europaparlament. 

In den Niederlanden haben Justiz- und Bildungsministerium eine Verschärfung von Maßnahmen gegen homophobe Gewalt angekündigt. Dazu zählt, dass die Polizei künftig sofort auf Berichte von Gewalt gegen Schwule und Lesben reagieren muss. Schulen sollen künftig verpflichtet werden, homophobe Vorfälle dem Bildungsministerium zu melden. Auch in der Außenpolitik wollen die Niederlande auf die Durchsetzung der Rechte Homosexueller drängen.

In Belgien erhielt der erzkonservative Erzbischof André-Joseph Léonard wegen seiner extremen Schwulenfeindlichkeit und rigiden Haltung zur Abtreibung wieder mal Torten ins Gesicht.

In Russland wurde der schwule Aktivist Artem Kalinin erneut Opfer einer Attacke russischer Neo-Nazis. Das berichtet „LGBT Asylum News“.

In Südkorea bestätigte der Oberste Gerichtshof mit 5 zu 4 Stimmen ein Gesetz, das „homosexuelles Verhalten“ in der Armee verbietet. Das sei keine Diskriminierung von Schwulen und Lesben, sondern diene lediglich der Aufrechterhaltung der Disziplin innerhalb der Streitkräfte.

In einer ersten Lesung verabschiedete das Europaparlament eine Vorlage zur Modernisierung des Asylrechtes. Darin sind, so berichtet Intergroup, die LGBT-Interessensgruppe im EU-Parlament, auch Maßnahmen zum besonderen Schutz von homo, bi- und/oder transsexuellen Asylsuchenden vorgesehen. Dies sei „ein wichtiger Schritt“. Der Vorlage müssen aber letztlich die Regierungen der EU-Mitgliedsländer zustimmen. Das ist – vorsichtig formuliert – absolut unwahrscheinlich.

In den USA schlägt der Handelsgigant Target zurück: Mit einer PR-Kampagne kontert man Lady Gaga, die vor einigen Wochen ihren Werbedeal mit Target beendet hatte, weil dieser angeblich einer Klausel, keine anti-homosexuellen Initiativen zu unterstützen, nicht zustimmen wollte. In einem Werbevideo wird nun auf die Vielfältigkeit der MitarbeiterInnen des Unternehmens verwiesen. Motto: Gleich welcher Sexualität, Hautfarbe, politischen Überzeugung, Religion – bei Target dürfen alle arbeiten und (was so nicht gesagt wird) ihr Geld ausgeben. Gezeigt wird auch ein lesbisches Paar mit Kind, das auf der Internetseite der Firma zum Thema Diversity sogar einen gesonderten Clip erhält.

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1 Response to “Schwule Welt: Wo alle, aber wirklich alle einkaufen dürfen und wo auf Disziplin geachtet wird”


  1. 1 Julian April 11, 2011 um 9:23 pm

    Bzgl. Target: Klarer Fall von „gaywashing“.


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