Personalia der Woche: Wer sexuell zeitweise verwirrt war und wer es nicht dementiert

Sind wir nicht alle ein bisschen bi? Ganz ungewollt nähern sich die Personalia in dieser Woche dieser Frage an. Die Nachwelt muss wohl aushalten, dass ein schwarzer Menschenrechtsaktivist auch mal mit Männern rumgemacht hat. Sehr gut auszuhalten ist das Ende einer musikalischen Schaumschlägerei in Sachen sexueller Orientierung. Freuen kann man/frau/dazwischen sich über den Preis für ein „Bi-Picture“ über Dreiecksverhältnisse.

Barry Dignam und Hugh Walsh sind Irlands erstes öffentlich verpartnertes schwules Paar (1). Wir gatulieren!

Klaus Wowereit, Berlins sozialdemokratischer Nicht-Regierender Bürgermeister, liegt im direkten Vergleich mit 55% klar vor Herausforderin Renate Künast (Grüne) mit 30%.  Bei den Parteien, und die werden in der Hauptstadt gewählt im September gewählt, sieht es anders aus: Die Grünen liegen mit 28% vor der SPD, die auf 26% käme.

Karen-Susan Fessel, Schriftstellerin, erhält im Mai den Rosa Courage Preis.

Robert Greenblatt, ehemals Chef des US-Pay-TV-Senders Showtime (2), ist nun Vorsitzender & Programmdirektor des Fernsehsenders NBC.

Chely Wright, Country-Sängerin (3), will am 20. August ihre Partnerin Lauren Blitzer in Connecticut heiraten.

Malcolm X, militanter Schwarzen-Aktivist, hatte eine Affäre mit einem weißen Geschäftsmann. Der „Spiegel“ nennt das im Anschluss an eine neue Biografie über Malcolm Little „sexuell zeitweise verwirrt“.

Stephen Comiskey, 36-jähriger britischer Krankenpfleger, der  wegen seiner Homosexualität 6 Monate lang in Haft in Saudi-Arabien war, konnte jetzt nach England zurückkehren.

James Cappleman, Politiker der Demokraten, wurde als zweiter offen schwuler Politiker in den 50-köpfigen Stadtrat von Chicago, Illinois gewählt.

Vaughn Walker, Richter am Obersten Gericht von Kalifornien, hat jetzt erstmals öffentlich über sein Schwulsein gesprochen. Seine Homosexualität war publik geworden, weil er als Richter den Prozess über ein Verbot der gleichgeschlechtlichen Ehe in dem US-Staat leitete.

Zwischenreich:

Jelena Katina und Julija Wolkowa, nicht-vielleicht-aber-auch-doch-ne-bestimmt-nicht lesbische Sängerinnen der Kleine-Aufregung-um-lesbisches-Video-aber-trotzdem-doofe-Musik-Band t.A.T.u., gehen musikalisch getrennte Wege.

Supporters:

Madonna, Sängerin, lässt Meldungen über FBI-Ermittlungen gegen ihr Malawi-Hilfsprojekt dementieren.

Barbara Schöneberger, Dampfplauderin, plaudert mitunter zuviel über ihre Jugendzeit und schwul gewordene erste Liebhaber.

Tom Tykwer, Regisseur, erhielt für seinen Film „Drei“ den deutschen Filmpreis Lola in der Kategorie „Beste Regie“. Sophie Rois wurde für ihre Rolle als beste Schauspielerin ausgezeichnet. Sehr hübsch die „Süddeutsche“ über den Film: Er sei Tykwers „Version eines Beziehungsdreiecks, das im Grunde die Frage stellt: Sind wir nicht alle ein bisschen bi? Tolerant, versöhnlich und harmoniebedürftig wie wir im Sinne des Abends sind, sagen wir dazu einfach mal ja.“ Dem haben wir nichts hinzuzufügen.

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