„Brunoleaks“ will den Bruno Gmünder Verlag enthüllen

Im Hause Gmünder dürfte man von „Brunoleaks“ wenig begeistert sein. Denn dem Verleger Bruno Gmünder und dem nach ihm benannten Verlag schlägt unverhohlene Kritik aus dem seit Februar aktiven Blog entgegen. Bekannt ist der Gmünder Verlag für seine zahlreichen erotischen Fotobände, noch bekannter wahrscheinlich für den „Spartacus“-Reiseführer. In der verlagseigenen Zeitschrift „Männer“  machte man Bruno Gmünder zu einem der „10 mächtigsten Schwulen“ Deutschlands. In teils amüsanter, meist aber scharfer Form kontrastiert „Brunoleaks“ (Untertitel: „Alles, was sie über den berühmten schwulen Verleger noch nicht wussten, aber schon lange mal wissen wollten“) solche Selbstdarstellungen mit dem tatsächlichen Gebaren des Verlags.  Wikipedia-Einträge zur Geschichte des Verlags werden als falsch entlarvt, Gmünders Rolle als Vorkämpfer in Sachen Aids hinterfragt, Verbindungen zwischen dem Gmünder Verlag und Queer.de aufgezeigt und dabei dem Nachrichten-Blog „Schleichwerbung“ und redaktionelle Lobhudelei für Produkte aus dem Hause Gmünder vorgeworfen. Auch ältere Debatten, etwa um den Vertrieb von Bareback-Pornos, tauchen wieder auf.
Aus „persönlichen und rechtlichen Gründen“ will der Verfasser des Blogs, der sich „Brunos persönlicher Archivar“ nennt, anonym bleiben.  Auf eine Nachfrage von S.i.e.g.T., ob, bei aller berechtigten Kritik an Bruno Gmünder, Formulierungen wie „Führerhauptquartier“ für das Verlagshaus in Berlin nicht überzogen sind, weist der Blogger darauf hin, dass die Formulierung nicht von ihm stamme, sondern sich „um eine (von vielen) Formulierungen, die Mitarbeiter (auch Ehemalige) des BG Verlages verwenden“ handele.
In seiner Mischung aus Detailkenntnis und Häme ist „Brunoleaks“ so beeindruckend wie lesenswert. Lesenswert, weil es – egal, was man vom Stil hält – ein Versuch ist, hinter die Kulissen des schwulen Medienbetriebs zu schauen.
Link: Brunoleaks

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2 Responses to “„Brunoleaks“ will den Bruno Gmünder Verlag enthüllen”


  1. 1 Ben April 8, 2011 um 9:58 am

    Naja, naja…

    Also einige der Einträge dort klingen eher nach persönlicher Fehde als dass sie wirklich etwas über Gmünder enthüllen. Ihm z.B. vorzuwerfen, dass er auf MySpace sei um Werbung zu machen, ist angesichts der Tatsache, dass MySpace ein paar Monate nach Gründung exakt das war (nämlich eine Plattform für Werbende) reichlich lächerlich. Ebenso ist es fragwürdig, warum man die Todesanzeige zu dem Hund einstellt. Das ist zwar skurril, kommt aber häufiger mal vor, wenn Tiere im Laufe der Zeit zum Bestandteil eines Büros werden.

    Grundsätzlich keine schlechte Idee, aber die Vermischung von echten Enthüllungen und persönlichem Klatsch stösst mich dann doch etwas ab.

  2. 2 Tiberio April 8, 2011 um 2:24 pm

    „einige der Einträge klingen eher nach persönlicher Fehde“ – Dass sich ein Bruno Gmünder Groupie eine so aufwendige Sisyphusarbeit der Faktensammlung macht, ist ja wohl auch kaum anzunehmen…

    „angesichts der Tatsache, dass MySpace ein paar Monate nach Gründung exakt das war (nämlich eine Plattform für Werbende) reichlich lächerlich“ –
    Es ist die immer gleicher Leier: ich lese, also finde ich auch das Haar in der Suppe.

    „warum man die Todesanzeige zu dem Hund einstellt“ –
    Humor hat man oder man hat ihn nicht. Ich finde, Rainer resümmiert ganz korrekt „in teils amüsanter, teils scharfer Form“

    „persönlicher Klatsch“ –
    kann ich in diesem Blog nicht finden. Soweit ich es verstehe, handelt es sich bei der Todesnachricht um eine Aktennotiz des Verlegers an die Verlagsmitarbeiter. Ist doch zum Brüllen schön.

    Wenn man das Ding von A bis Z durchliest, stellt man erstaunt fest, daß in den gut 30 Jahren tatsächlich nur Lobendes über die Firma und ihre Besitzer publik wurde und es offensichtlich keiner gewagt hat, mal Mann und Werk mal kritisch zu hinterfragen.


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