Schwule Welt: Welche irische Kampagne berührt und wer wie wen auch immer geliebt hat

Internationale Meldungen dieser Woche: In Irland wurde eine Kampagne gegen Mobbing von schwul-lesbischen Jugendlichen gestartet + Amnesty hat seinen jährlichen Bericht zur Todesstrafe weltweit veröffentlicht + In Indien ärgert man sich über eine neue Biografe, die Gandhi im bisexuellen Licht erscheinen lässt

Amnesty-Bericht zur Todesstrafe
Anfang der Woche veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International Zahlen zur Todesstrafe 2010. Der Bilanz, dass es weltweit weniger Hinrichtung gegeben hat und weniger Länder die Todesstrafe vollstrecken, steht die  Beobachtung gegenüber, „dass einige Länder verstärkt Todesurteile für Drogenvergehen, Wirtschaftsdelikte, einvernehmliche sexuelle Beziehungen zwischen Erwachsenen oder Gotteslästerung verhängen“. Dramatisch bleibe die Situation in Iran und China. Kritisiert wird auch Weißrussland, das „einzige Land in Europa, in dem derzeit drei Menschen die Hinrichtung droht“. Die Todesstrafe für homosexuelle Handlungen sehen die Länder Iran, Jemen, Saudi-Arabien, Sudan, Nigeria und Mauretanien vor.

Debatte um Gandhis Liebesleben
Eine wahrscheinlich unergiebige Debatte ist darum entbrannt, welche Art Beziehung der indische Philosoph Mahatma Gandhi zu dem deutsch-jüdischen Architekten Hermann Kallenbach unterhielt. Eine neu erschienene Biografie des Journalisten Joseph Lelyveld zitiert aus Briefen Gandhis an Kallenbach: „Du hast völlig von meinem Körper Besitz ergriffen. Das ist totale Sklaverei.“ Tatsächlich lebten die beiden zwei Jahre während Gandhis Zeit in Johannesburg, Südafrika, zusammen. Der Buchautor wehrt sich nun gegen die Unterstellung, er habe Gandhi als bisexuell beschrieben. Das Wort tauche in der Biografie nicht auf. In Indien wiederum zeigt man sich verärgert über westliche Interpretationen von Gandhis sexueller Orientierung. Die Nachrichten-AFP zitiert Jad Adams, einen anderen Gandhi-Biografen: „Hätte er homosexuelle Akte begangen, gäbe es mannigfach Hinweise darauf.“ Gandhi habe oft den Begriff Liebe benutzt. Kein Zweifel besteht anscheinend an Kallenbachs Liebe zu Gandhi.

Kampagne gegen homophobes Mobbing in Irland
Als Teil einer landesweiten Kampagne gegen homophobes Mobbing und für Respekt gegenüber LGBT-Jugendlichen hat die irische Organisation „Belong To“ einen berührenden Video veröffentlicht. „Stand Up!“ lässt sich auch ohne Englisch-Kenntnisse gut verstehen.

Und noch diese kurzen Meldungen …

♦ Über den „schweren Stand für Schwule in Montenegro“ berichtet die „Deutsche Welle“.
♦ In den Niederlanden wurde vor 10 Jahren die erste homosexuelle Ehe weltweit geschlossen (was in Deutschland den LSVD zum beleidigten Jammern ermuntert).
♦ Der polnische Politiker Robert Wegrzyn, der wegen seiner Äußerungen gegen Lesben und Schwule aufgefallen war, ist nun endgültig aus seiner Partei, der regierenden Bürgerplattform, ausgeschlossen worden.
♦ In der Schweiz gibt es Streit um eine schwulenfeindliche/nicht-schwulenfeindliche Pizzeria.

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