Schwule Welt: Wo frau bleiben darf und wo das Militär beim CSD mitfeiert

Internationale Meldungen der vergangenen Woche: In den USA machte der Fall eines von Abschiebung bedrohten lesbischen Paares Schlagzeilen + In Schottland beunruhigt eine Serie von drei Morden an Schwulen die Community + Im Libanon fehlt nach wie vor eine gesetzliche Legalisierung von Homosexualität + In Ägypten wird Transsexuellen die Einreise verweigert + Vor dem UN-Menschenrechtsrat haben 85 Länder ein Ende von Menschen-rechtsverletzungen aufgrund der sexuellen Identität gefordert + In den Niederlanden macht das Militär beim CSD mit

83 Länder haben am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf die internationale Gemeinschaft aufgefordert, wegen sexueller Orientierung verübten Menschenrechtsverletzungen ein Ende zu setzen. Ihre Unterschrift verweigert haben u.a. fünf europäischen Staaten Ascherbaidschan, Belarus, Moldawien, Russland, Türkei – und der Vatikan. Der hat stattdessen sich zum Opfer gemacht. Nicht Homosexuelle, sondern Menschen, die kritisch gegenüber der Homosexualität seien, würden verfolgt. Die Erklärung in Englisch mit Angabe aller unterzeichnenden Staaten als PDF via LSVD.

Schwule und lesbische SoldatInnen der niederländischen Armee können in diesem Jahr erstmals mit einem eigenen Boot und in Uniformen am Gay Pride in Amsterdam teilnehmen. Das Verteidungsministerium stimmte einem entsprechenden Antrag zu. Die Parade findet am 6. August statt.

Beirut, Hauptstadt des Libanon, gilt vielen als ein Mekka für Homosexuelle in der arabischen Region. Trotzdem mahnt Georges Azzi, einer der Gründer der schwul-lesbischen Hilfsorganisation Helem, in einem Beitrag von „Voice of America“ gesetzliche Reformen an. Trotz aller „Toleranz“, würden Homosexuelle angegriffen, sei es quasi unmöglich, Schutz durch die Behörden zu erhalten. Offiziell ist Homosexualität im Libanon immer noch ein Verbrechen. Am Arbeitsplatz und in den Familien sei die Diskriminierung immer noch sehr hoch.

Am Flughafen von Kairo wurde zwei Transsexuellen die Einreise aus Jordanien nach Ägypten verweigert. Ein Bericht von „Al-Masry Al-Youm“ verzeichnet die „ungewöhnliche Schönheit“ einer 22-Jährigen, deren Ausweis aber sechs Wochen nach der Operation noch auf den früheren Namen Ahmed ausgestellt war. Gleiches im Fall eines 19-Jährigen, der ebenfalls seinen Ausweis nicht hatte erneuern lassen und darin noch den Namen Israa führte. Beide mussten mit dem Flugzeug in die jordanische Hauptstadt Amman zurückkehren. :

Eine Serie von Morden an schwulen Männern gibt der Polizei in der schottischen Metropole Edinburgh Rätsel auf. Am letzten Wochenende wurde die Leiche eines 64-jährigen Universitätsdozenten erstochen in seinem Haus aufgefunden. Das berichtet „Daily Record“. Zwei weitere Morde ereigneten sich am 27. Februar. In allen drei Fällen vermutet die Polizei Hassverbrechen. Noch ist unklar, ob es sich um den gleichen Täter handelt, und ob die Taten überhaupt in einem Zusammenhang stehen.

Monica Alcota und Cristina Ojeda (Foto: Gay City News) erlangen aus eher traurigem Anlass Aufmerksamkeit, wenn auch mit einem hoffentlich glücklichen Ende: Die beiden sind das erste binationale lesbische Paar der USA, das aufgrund ihrer Heirat einen Aufschub der Abschiebung der aus Argentinien stammenden Monica Alcota erreichte. Ojeda heiratete Alcota im August letzten Jahres in Connecticut. Mittlerweile leben sie in New York. Bei einer Kontrolle wurde Alcota als illegale Immigrantin vorübergehend festgenommen. Hintergrund des Ganzen ist die in den USA geltende DOMA-Regelung, die Ehe als Verbindung von Mann und Frau festlegt. Bundesbehörden müssen darum gleichgeschlechtliche Heiraten aus Bundesstaaten, in denen dies legal ist, nicht anerkennen. Für die Einwanderungsbehörde galten die beiden darum nicht als Ehe und die Partnerin darum nicht vor Abschiebung geschützt. Jetzt hat ein Gericht entschieden, dass die Abschiebung solange aufgeschoben ist, bis sich Alcota um eine Aufenthaltserlaubnis, die Green Card, beworben hat. (Quelle: Towleroad)

Und im Laufe der Woche war auf S.i.e.g.T. bereits zu lesen: Ärger in der Schweiz über homophobe Äußerungen eines SVP-Politikers + In Uganda soll das Parlament die Gesetzesvorlage zur Todesstrafe für Homosexuelle zurückgewiesen haben.

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