Auf ein Neues: Reggae-Festival am Chiemsee lädt wieder homophoben Musiker ein

Same procedure as every year:  Das Open-Air-Festival „Chiemsee Reggae Summer“ will auch in diesem Jahr ein Forum für einen Musiker bieten, der wegen seiner Liedtexte als homophob gilt. Und es ist kein Zufall, dass in der Ankündigung für den jamaikanischen Sänger Capleton die Veranstalter auf ihrer Internetseite schreiben: „Seinen legendären Schlachtruf ‚More Fire‘ will der Mann mit dem Turban ausschließlich im spirituellen Sinne verstanden wissen, aber natürlich brennt bei jedem seiner Auftritte das emotionale Feuer lichterloh.“ Mit dem Feuer hat es der Gute und hat darin auch schon mal Schwule verbrannt: „Fire bun batty bwoy!“ („Das Feuer möge den Schwulen verbrennen!“). Als Capleton im Dezember 2008 im Wuppertaler U-Club auftrat, demonstrierten schwule und lesbische Aktivisten gegen den Auftritt.
Das Chiemseer Reggae-Festival hat mittlerweile eine unrühmliche Tradition im Entfachen der Kontroverse  – sehr sachlich formuliert -, ob Homophobie als künstlerische Freiheit „geduldet“ werden muss.Im letzten Jahr wurde ein Auftritt von Sizzla nach heftiger Kritik schließlich abgesagt. Die Veranstalter begründeten dies mit Sicherheitsgründen und der Furcht vor „linksradikalen“ Anschlägen.
Gegen den Auftritt von Capleton im August hat sich bereits eine Facebook-Gruppe gegründet.


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