„Bubenschänder“ SVP-Politiker mit homophoben Äußerungen gegen „perverse“ Sexualerziehung

Das gute alte Bild vom schwulen Kinderficker hält sich, auch in der Schweiz, selbst wenn es da mit dem Wort „Bubenschänder“ gleich viel netter klingt: In einem Beitrag für das Parteiblatt „Kurier“ der nationalkonservativen Schweizer Volkspartei (SVP) lässt der 63-jährige Emil Grabherr, SVP-Präsident des Kantons Luzern, seiner Abneigung gegen eine „perverse Sexualerziehung“ im Kindergarten und gegen Homosexuelle freien Lauf. Unter der Überschrift „Der Anfang vom Ende“ schreibt Grabherr:
„Wir haben nichts gegen Schwule und Lesben, solange sie in einer partnerschaftlichen Beziehung leben und den Rest der Welt nicht mit ihrer sexuellen Ausrichtung belästigen.“ Aber Grabherr wird noch präziser: „Bei der Gruppe der Schwulen gibt es drei verschiedene Arten. Dazu gehören nebst den in ordentlicher Partnerschaft lebenden auch die männlichen Huren und die unter keinem Titel akzeptierbaren Bubenschänder.“ (Kleine Anmerkung von S.i.e.g.T.: Ist ja fast wie bei den Heteros!) Diesem Übel stellt Grabherr die „natürliche Beziehung von Mann und Frau“ gegenüber, „die auch die Existenz unserer Zukunft garantiert“.
Unter dem Vorwand einer „Gleichwertigkeit jeglicher sexuellen Orientierung“ würde auch für Toleranz gegenüber Pädophilen geworben: „Die Kinder sollen lernen, dass Schwule, Lesben, Heteros oder auch Pädophile ihre sexuelle Ausrichtung unter dem Titel der ‚gegenseitigen Achtung und der Vielfalt in der Einheit‘ ausleben dürfen und sollen.“
Markus Vollak von der Homosexuellen Arbeitsgruppe Luzern (Halu) nannte die Bemerkungen Grabherrs gegenüber „20 Minuten Online“ eine „riesengroße Beleidigung“. Solch dis­kriminierende Worte habe er noch nie von einem Luzerner Politiker gehört. Juso-Präsidentin Priska Lorenz sagte der „Neuen Schwyzer Zeitung“: „Es ist inakzeptabel, mit solch homophoben Aussagen Wahlkampf zu betreiben.“

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