Quotenhit: Schwuler Fußballer

Mit einer Quote von 25,2% Marktanteil war der „Tatort: Mord in der ersten Liga“ unangefochtener TV-Favorit am gestrigen Sonntagabend. 9,4 Millionen Zuschauer – das ist selbst für die beliebte Krimi-Reihe in der ARD ein Traumergebnis. Jeder vierte Fernsehzuschauer wollte sehen, wie Maria Furtwängler alias Kommissarin Charlotte Lindholm im homoerotischen Dickicht des deutschen Fußballs ermittelte.  Schon im Vorfeld hatte das Thema Homosexualität im Fußball großes Medieninteresse entfacht. Angeblich soll DFB-Präsident Theo Zwanziger vorgeschlagen haben, das Thema im „Tatort“ zu behandeln.
Christian Buß nannte im „Spiegel“ den „Tatort“ „extrem ambitionistisch“, er reiße viele fußballkritische Aspekte wie Homosexualität, Hooligans, dubiose Transaktionen nur an. „Die destruktiven Kraftströme innerhalb der Fußballkultur werden aber nicht wirklich offengelegt.“
Beim „Stern“ war Ulrike Klode dagegen begeistert: „Einen Mord an einem Hannover-96-Spieler zu erzählen und die Themen ‚Homosexualität im Profifußball‘, ‚Hooligan-Gewalt‘ und ‚Manager, die gleichzeitig Ziehväter sind‘ zu behandeln, hätte sehr leicht schiefgehen können. Aber es ist gelungen, Handlung und Dialoge des ‚Tatorts‘ nicht in Klischees abgleiten zu lassen.“


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