Schwule Welt: Wo man sich bald verpartnern darf und wo nicht mehr demonstriert wird

Künftig wird „Schwule Welt“, ähnlich den „Personalia der Woche“, immer samstags einen Überblick über internationales Geschehen der vorangegangenen Tage geben. Einige der Meldungen dieser Ausgabe:
In Italien sorgt eine „schwule“ IKEA-Anzeige für Wirbel + In Uganda spielt eine Gesetzesvorlage weiterhin mit dem Leben von Schwulen und Lesben + In den USA wächst die Zustimmung zur gleichgeschlechtliche Ehe, sagt eine Umfrage …

In Italien wirbt das schwedische Möbelhaus derzeit mit einer „schwulen“ Anzeige. Sie zeigt ein händchenhaltendes Männerpaar mit dem Slogan „Wir sind für alle Familien offen.“ Das Berlusconi-Blatt „Il Giornale“ wettert bereits gegen einen gleichmacherischen „schwedischen Imperialismus“. Es ginge nicht um Rechte für Homosexuelle, sondern sei eine Marketingstrategie.

Besser spät als nie. Mit fünf Jahren Verzögerung zur großen Insel führt auch die Isle of Man die eingetragene Partnerschaft für Schwule und Lesben ein.

Ein Fall, wo man sich „nie“ wünscht, ist Uganda und die Debatte um ein Gesetz, das die Todesstrafe für Homosexualität vorsieht. Obwohl FDP-Politiker Michael Kauch gegenüber queer.de geäußert hatte, die Vorlage sei aufgrund deutscher Intervention „faktisch vom Tisch“, soll sie nun doch in der kommenden Woche im Parlament des afrikanischen Landes beraten werden.

In England wurde eine geplante Demonstration von Schwulen und Lesben im East End abgesagt. Anlass waren die im Stadtviertel aufgetauchten Aufkleber für eine „schwulenfreie Zone“ mit Zitaten aus dem Koran (S.i.e.g.T.-Bericht vom 14.2.). Eine Gruppe schwuler Muslime machte bekannt, dass einer der Organisatoren des Protestes, Raymond Berry, ein Gründungsmitglied der English Defense League ist, eine „islamkritische“ Vereinigung, der Gewaltbereitschaft und rechtsextreme Gesinnung vorgeworfen wird.

Einer Umfrage des Fernsehsenders „ABC“ und der „Washington Post“ zufolge wächst in den USA die Unterstützung für eine gleichgeschlechtliche Ehe. 53 Prozent der Befragten sprachen sich dafür aus, vor fünf Jahren hatten dies nur ein Drittel getan.

Derweil ist auf der politischen Ebene in den USA der Streit um das DOMA-Gesetz entbrannt. Es schreibt fest, dass Ehe auf Bundesebene als Vereinigung von Mann und Frau definiert ist. Während die Republikaner an DOMA festhalten, haben die Demokraten eine Gesetzesvorlage „Respect for Marriage Act“ eingebracht, das für eine Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Partnerschaften sorgen soll. Aufgrund der derzeitigen Mehrheitsverhältnisse in Senat und Abgeordnetenhaus ist eine Annahme aber eher unwahrscheinlich. Präsident Obama hatte erst vor kurzem seine Haltung gegenüber DOMA geändert.

Und im Laufe der Woche war auf S.i.e.g.T. bereits zu lesen: Parlament beschließt eingetragene Partnerschaft in Liechtenstein + Kritik aus Irland an Ausschluss schwul-lesbischer Gruppen bei New Yorker St. Patrick’s Day Parade

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