Liechtensteiner Landtag beschließt eingetragene Partnerschaft

Der Landtag von Liechtenstein hat am Mittwoch ohne Gegenstimmen die Einführung einer eingetragenen Partnerschaft beschlossen. Eine Zustimmung zu einem entsprechenden Gesetz hatte sich bereits bei der ersten Lesung Mitte Dezember 2010 abgezeichnet. Eine Mehrheit fand sich für den Antrag, diese bereits ab 1. September diesen Jahres einzuführen. Zunächst war der 1. Januar 2012 vorgesehen.
Gleichgestellt werden sollen schwule und lesbische Paare mit heterosexuellen Ehepaaren im Erbrecht, im Sozialversicherungsrecht, in der beruflichen Vorsorge, im Ausländer- und Einbürgerungsrecht, im Steuerrecht sowie im übrigen öffentlichen Recht, so ein Bericht des Schweizer Fernsehens. Adoptionsrecht und Zugang zur Fortpflanzungsmedizin bleiben Homosexuellen verwehrt.
Theoretisch gibt es noch die Möglichkeit, die Partnerschaft für Homosexuelle noch durch ein Referendum zu verhindern, schreibt das „Liechtensteiner Volksblatt“. Vor allem die katholische Kirche Liechtensteins hatte gegen eine eingetragene Partnerschaft gewettert. Der Vaduzer Erzbischof Wolfgang Haas hatte „Praktizierte Homosexualität eine schwere Sünde“ genannt, deren Anerkennung sei ein Skandal.

1 Response to “Liechtensteiner Landtag beschließt eingetragene Partnerschaft”


  1. 1 Ralf März 17, 2011 um 1:46 am

    Da wird Deutschland denn nun auch von Liechtenstein überholt. Während bei uns die Ungleichbehandlung im Einkommensteuerrecht festzementiert bleibt, ist sie in Vaduz niemandem auch nur eine einzige Gegenstimme wert.


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