„Jeder muss mal den Arsch hinhalten“ Untersuchungsbericht spült Vorwurf der sexuellen Nötigung von Bord der Gorch Fock

Der Untersuchungsbericht zu den Vorfällen auf dem Segelschulschiff Gorch Fock kommt erwartungsgemäß zu dem Ergebnis, dass sich die erhobenen Vorwürfe „zum großen Teil als nicht haltbar“ erwiesen hätten. Und wo doch, „besaßen diese bei Weitem nicht die Qualität, die ihnen ursprünglich beigemessen worden ist“. Nach dem tödlichen Sturz einer Kadettin aus der Takelage im November letzten Jahres hatte der Wehrbeauftragte Hellmut Königshaus in einem Bericht „unakzeptable Zustände“ beklagt. Unter anderem war dabei auch die sexuelle Nötigung eines Soldaten genannt worden. Ein Kadett hatte sich beklagt, dass Kameraden (?) in der Dusche eine Shampooflasche auf den Boden geworfen und ihn mit dem Satz bedrängt hätten: „Es ist auf dem Schiff ähnlich wie im Knast, jeder muss mal den Arsch hinhalten.“ Diesen Vorwurf spült die Untersuchungskommission mit einem kleinen Trick davon. Strafrechtlich könne von Nötigung keine Rede sein, „da sich kein Anhaltspunkt dafür ergeben hat, dass auf die Vornahme oder Duldung einer sexuellen Handlung abgezielt wurde“. (zitiert nach Spiegel Online).
Schon die Matrosen des Schiffes hatten sich in einem Offenen Brief gegen die Anklagen gewehrt und den Vorfall als „Sprüche“ abgetan.
Nach Bekanntwerden der Vorwürfe hatte der damalige Verteidigungsminister Guttenberg den Kapitän der Gorch Fock, Norbert Schatz, suspendiert. Am Mittwoch wird sich der Verteidigungsausschuss des Bundestags mit dem vorgelegten Untersuchungsbericht befassen, für den 221 Offiziersanwärter und 192 Angehörige der Stammbesatzung befragt wurden.

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